Spannender Fall mit aktuellem Thema

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bella0070 Avatar

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In einem Neubau wird ein bekannter Bauunternehmer kopfüber aufgehängt aufgefunden. Kurz darauf gibt es einen zweiten Toten, der auf dieselbe grausame Weise getötet wurde. Pia Sander und Oliver von Bodenstein übernehmen die Ermittlungen und kommen schon bald einem möglichen Serientäter auf die Spur. Gleichzeitig scheint es eine Verbindung zu einem KI-Unternehmen und dessen Entwickler zu geben.

Alles wird Asche von Nele Neuhaus ist der 12. Band der Bodenstein-Kirchhoff-Krimi-Reihe und der zweiten Krimi, den ich aus dieser Reihe gelesen habe. Es gibt immer wieder Hinweise auf Ereignisse aus den vorherigen Bänden. Mich hat das allerdings nicht gestört, sondern im Gegenteil, es hat mich neugierig auf die anderen Bücher der Reihe gemacht. Meiner Meinung nach kann man diesen Band problemlos lesen, ohne alle vorherigen Teile zu kennen, was ich sehr angenehm finde.

Der Einstieg in das Buch fand ich allerdings als schwierig. Es gibt eine so große Anzahl von unterschiedlichen Figuren, die ich gerade zu Beginn kaum auseinanderhalten konnte. Das war sehr verwirrend und ich musste immer wieder zurückblättern und mich nochmals orientieren, was den Lesefluss sehr gestört hat. Das Personenregister und der Stammbaum am Anfang des Buches haben mir dabei leider nicht wirklich geholfen, da dort zu wenig zu den einzelnen Personen erklärt wird.

Auch die Handlung kam für mich anfangs nur langsam in Gang. Doch nach dem etwas schleppenden Beginn nimmt die Geschichte immer mehr Fahrt auf, die Spannung steigt und irgendwann war ich richtig angekommen. Bis zum Schluss konnte ich miträtseln und hatte immer wieder neue Vermutungen, wie die verschiedenen Informationen zusammenpassen könnten. Geholfen hat dabei der sehr bildhafte und flüssig zu lesende Schreibstil, sodass ich alles gut vor Augen sehen konnte.

Besonders gut gefallen hat mir Pia Sander. Über sie erfährt man in diesem Band einiges aus ihrem persönlichen Leben, wodurch sie für mich sehr greifbar und authentisch geworden ist. Sie ist in meinen Augen eine sehr sympathische und durch ihre privaten Probleme auch menschliche Ermittlerin. Oliver von Bodenstein blieb dagegen etwas blasser. Über ihn und sein Umfeld hätte ich mir etwas mehr gewünscht, aber vermutlich muss ich dafür die vorangegangenen Bände lesen.

Interessant empfand ich außerdem das hochaktuelle Thema Künstliche Intelligenz, das die Autorin in diesem Buch aufgegriffen hat. Dadurch wirkte der Fall für mich sehr zeitgemäß. Die möglichen Gefahren von KI hätten meiner Meinung nach allerdings noch stärker beleuchtet werden können.

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse noch einmal und der Thriller nimmt hier deutlich an Spannung zu. Die verschiedenen, miteinander verschachtelten Handlungsstränge werden zum Schluss logisch erklärt und lösen sich zufriedenstellend auf.

FAZIT: Ein spannender Thriller mit einem hochaktuellen Thema, der nach einem etwas ruhigen Einstieg zunehmend an Spannung gewinnt. Insgesamt hat mich der Fall gut unterhalten und bekommt von mir 4 von 5 Punkten.