Gut gemeint, aber nicht wirklich gut gemacht

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"Alles wird gut, aber nicht von allein" von Nina Ruge ist in erster Linie für die Fans der Moderatorin interessant. Wer Einblick in das Leben der Millionäre sucht, wird definitiv gut bedient. Das Thema gesundes Altern scheint für sie -wie für viele andere- eine nicht versiegende Quelle für wirtschaftlichen Erfolg und wird entspreched ausgewalzt. Das Buch ist von der äußeren Gestaltung und Haptik ansprechend aufgemacht und wirkt wertig. Die Grundidee des Verlags, 70 Tipps zum 70. Geburtstag der Autorin, zeigt dann eher schon die Richtung, in die vor allem das Marketing für das Buch geht. Die Tipps sind zum Teil hundertmal schon ausgespuckt, zum Teil wissenschaftlich nicht überzeugend nach dem Prinzip Versuch und Irrtum aneinandergereiht und zum anderen eher Ausdruck eines gewissen finanziellen Lebensstils als eine ernsthafte Beschäftigung mit dem medizinischen Thema. Das Thema Makuladegeneration wird in ein paar Sätzen beispielsweise abgehandelt und endet mit dem absolut umstrittenen Tipp der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Dieses Beispiel ist sehr typisch für das gesamte Buch. Es ist aber natürlich schwierig, das Buch kritisch zu beurteilen, weil man schnell in den Verdacht des Sozialneides gerät. Über den Lotusblumen im eigenen Teich in der Toskana meditieren zu können, ist natürlich entspannender und gesundeheitfördernder als ein normales durchschnittliches Leben mit Gesundheitskurs von der Krankenkasse bezuschusst! Ich habe es trotzdem komplett gelesen, obwohl mir das ständige Befeuern der Einnahmequellen von anderen Promis und der eigenen Buchreihe irgendwann gehörig auf den Geist ging, aber unterstellen wir der Autorin mal lautere Absichten, dass ihr im Thema gesundes Altern und der Weitergabe der vielfältigen Erkenntnisse darüber als sinnstiftende Lebensaufgabe zugewachsen ist.