Alles hängt von der Geografie ab, nicht von der Geschichte (S. 123)
Der Roman „Alma“ von Federica Manzon ist kein leicht und locker zu lesendes Buch für entspannte Stunden. Die Geschichte Almas basiert auf der politischen Entwicklung Jugoslawiens, beginnend als Tito regierte, den darauf folgenden Zerfall des kommunistischen Staates und die grausamen Geschehnisse während des Balkankrieges.
Das sommerlich bunte Cover täuschte mich ebenso wie der Klappentext, der assoziierte, dass es um Triest geht, eine an und für sich historisch sehr interessante Stadt mit italienischem Flair und österreich-ungarischem Background. Ich erwartete mir von Almas Rückkehr in ihre alte Heimatstadt mehr fröhliche Erinnerungen und einen Schuss Romantik durch ein Wiedersehen mit der Jugendliebe.
Der Roman entpuppte sich letztlich nicht nur thematisch als ziemlich düster und bedrückend, sondern auch der Erzählstil der Autorin erwies sich als zwar literarisch anspruchsvoll, doch gleichermaßen herausfordernd für den Lesefluss. So detailliert die Beschreibungen sind, ist es dennoch schwierig, der Handlung chronologisch und geografisch zu folgen. Die abrupten Zeitsprünge und vage Ortsbezeichnungen empfand ich verwirrend. Immer wieder fragte ich mich, wie alt die Protagonistin in dieser Szene gerade ist bzw. wo sie sich genau befand. Ich hätte eine Landkarte sehr geschätzt bzw. ein Nachwort mit einer mehr oder weniger kurzen Zusammenfassung der Geschichte Jugoslawiens.
Was den politischen Aspekt anbelangt, so rate ich, soferne man mit Jugoslawiens Geschichte nicht vertraut ist, sich vor Lesebeginn zu informieren. Ohne Basiskenntnisse verliert man sich geografisch ebenso wie was den Kriegsablauf und die ethnischen Hintergründe anbelangt.
Die Lebensgeschichte von Alma ist eng mit den historischen Ereignissen verknüpft. Triest liegt nahe der jugoslawischen Grenze. Ihr Vater stammt auch „von drüben“, ihre Mutter hingegen aus gutbürgerlichem Triester Milieu, die Großeltern leben noch wie zu Zeiten der Monarchie. Almas Kindheit und Jugend ist geprägt von einem Vater, einem Anhänger Titos, der auch nach dessen Tod immer wieder für Wochen in den Osten reist, und einer chaotischen Mutter, die sich mehr den „Irren“ in Triest widmet als dem Haushalt und der eigenen Tochter. Zuneigung der Eltern Alma gegenüber ist wenig zu verspüren. Das verstärkt sich, als ihr Vater Vili, den Sohn eines Freundes aus Serbien, ins Haus bringt, dem er mehr Zeit widmet als ihr. Trotzdem entwickelt sich aus anfänglicher Abneigung im Laufe der Zeit eine Jugendliebe. Doch Almas Beziehungen wirken immer oberflächlich, distanziert. Das Fehlen tiefer Gefühle bewirkte, dass ich zu den Protagonisten keinen Zugang fand, nie mit ihnen warm wurde. Nichtsdestotrotz spürt man die Problematik von Menschen, die entwurzelt sind, die fern der Heimat leben, sich fremd fühlen.
Was meine Leseempfehlung anbelangt, so muss ich zugeben, dass rein subjektiv dies kein Buch war, das meinen Geschmack traf. Objektiv gesehen ist es wirklich lesenswert, weil es nicht nur die schon ziemlich in Vergessenheit geratenen Geschehnisse während des Balkankriegs wieder in Erinnerung ruft, sondern auch anhand Almas Leben das damalige Gesellschaftbild widerspiegelt.
Das sommerlich bunte Cover täuschte mich ebenso wie der Klappentext, der assoziierte, dass es um Triest geht, eine an und für sich historisch sehr interessante Stadt mit italienischem Flair und österreich-ungarischem Background. Ich erwartete mir von Almas Rückkehr in ihre alte Heimatstadt mehr fröhliche Erinnerungen und einen Schuss Romantik durch ein Wiedersehen mit der Jugendliebe.
Der Roman entpuppte sich letztlich nicht nur thematisch als ziemlich düster und bedrückend, sondern auch der Erzählstil der Autorin erwies sich als zwar literarisch anspruchsvoll, doch gleichermaßen herausfordernd für den Lesefluss. So detailliert die Beschreibungen sind, ist es dennoch schwierig, der Handlung chronologisch und geografisch zu folgen. Die abrupten Zeitsprünge und vage Ortsbezeichnungen empfand ich verwirrend. Immer wieder fragte ich mich, wie alt die Protagonistin in dieser Szene gerade ist bzw. wo sie sich genau befand. Ich hätte eine Landkarte sehr geschätzt bzw. ein Nachwort mit einer mehr oder weniger kurzen Zusammenfassung der Geschichte Jugoslawiens.
Was den politischen Aspekt anbelangt, so rate ich, soferne man mit Jugoslawiens Geschichte nicht vertraut ist, sich vor Lesebeginn zu informieren. Ohne Basiskenntnisse verliert man sich geografisch ebenso wie was den Kriegsablauf und die ethnischen Hintergründe anbelangt.
Die Lebensgeschichte von Alma ist eng mit den historischen Ereignissen verknüpft. Triest liegt nahe der jugoslawischen Grenze. Ihr Vater stammt auch „von drüben“, ihre Mutter hingegen aus gutbürgerlichem Triester Milieu, die Großeltern leben noch wie zu Zeiten der Monarchie. Almas Kindheit und Jugend ist geprägt von einem Vater, einem Anhänger Titos, der auch nach dessen Tod immer wieder für Wochen in den Osten reist, und einer chaotischen Mutter, die sich mehr den „Irren“ in Triest widmet als dem Haushalt und der eigenen Tochter. Zuneigung der Eltern Alma gegenüber ist wenig zu verspüren. Das verstärkt sich, als ihr Vater Vili, den Sohn eines Freundes aus Serbien, ins Haus bringt, dem er mehr Zeit widmet als ihr. Trotzdem entwickelt sich aus anfänglicher Abneigung im Laufe der Zeit eine Jugendliebe. Doch Almas Beziehungen wirken immer oberflächlich, distanziert. Das Fehlen tiefer Gefühle bewirkte, dass ich zu den Protagonisten keinen Zugang fand, nie mit ihnen warm wurde. Nichtsdestotrotz spürt man die Problematik von Menschen, die entwurzelt sind, die fern der Heimat leben, sich fremd fühlen.
Was meine Leseempfehlung anbelangt, so muss ich zugeben, dass rein subjektiv dies kein Buch war, das meinen Geschmack traf. Objektiv gesehen ist es wirklich lesenswert, weil es nicht nur die schon ziemlich in Vergessenheit geratenen Geschehnisse während des Balkankriegs wieder in Erinnerung ruft, sondern auch anhand Almas Leben das damalige Gesellschaftbild widerspiegelt.