Aufwühlend und doch auch wie Urlaub

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
andi_3000 Avatar

Von

"Alma" von Federica Manzon beschreibt die (teilweise?) fiktive Lebensgeschichte der Protagonisten Alma, welche in Triest, also am östlichen Rande Italiens, geboren wurde und auch hier aufgewachsen ist. Sie ist hierbei verschiedenen "Einflüssen" ausgesetzt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist einerseits ihr prägender, aber auch sprunghafter Vater, welcher immer wieder für längere Zeit nach Osten und damit Jugoslawien aufbricht. Demgegenüber stehen die mondänen Großeltern, die dem vergangenen Habsburger Zeitalter zu entstammen scheinen und etwas Konstanz in Almas Leben bringen. Daneben ist auch ihre irgendwie abwesende Mutter und vor allem ihre Jugendliebe Vili zu nennen.
Der Roman schafft es hervorragend die Geschichte der Stadt Triest im 20. Jahrhundert sowie die bewegte Vergangenheit des Balkans unter Tito sowie die sich anschließenden Balkankriege in das Leben von Alma zu integrieren. Man kann sich so diese spannende Zeit sowie aber auch die zahlreichen persönlichen Konflikte von Alma, aber auch eben die Prägungen und Herausforderungen ihres Vaters und Vilis, wunderbar nachvollziehen und wird gleichermaßen gefesselt. Vor allem die Figur der Alma ist wirklich authentisch dargestellt, sodass die teilweise innere Zerrissenheit fast physisch greifbar wird.
Eine tolle Geschichte, welche Lust auf einen Urlaub in Triest macht!