Der gespenstische Ruf von Wurzeln und Blut
Ganz behutsam lässt uns Manzon in die Geschichte eintreten, vage verschleiert sie die Tatsachen, indem sie "die Stadt" nie beim Namen nennt - so konkret sie alle Details wie Straßen und Plätze aufzählt, entnahm ich Triest aus der Verlagsinformation und reimte mir die Insel Brioni nach Recherchen im Internet zusammen.
Die Umstände sind aber auch diffizil in dieser Familie, die einen Spagat zu bewältigen hat zwischen dem alten Habsburger Reich und dem neu gegründeten Jugoslawien, das sich unter der Führung des charismatischen Marschalls Tito zur Spitze der blockfreien Staaten aufschwingt. Wir betrachten die Umstände völlig subjektiv durch die Augen Almas, die die rätselhaften Abwesenheiten ihres Vaters nicht durchschauen kann, immer auf dem Sprung zwischen seinem Regierungsamt jenseits der Grenze und seiner Familie auf sicherem Terrain in Italien. Dazu kommt noch Vili, der Sohn von sanktionierten Dissidenten, der hier seine Zuflucht findet, aber dauernd um seine Identität ringt, "... weil nichts von dem, was zu ihm gehörte, dieser infizierte Klumpen Erinnerung, verstanden worden wäre". In dieser Situation dient ihm die orthodoxe Kirche als Anker.
Als nach Titos Tod dieser Vielvölkerstaat auseinanderfällt und der Krieg ausbricht, sind die Zusammenhänge kaum zu verstehen, und es entsetzen nur noch die Eskalationen der Gewalt. Soll man Partei ergreifen und wenn ja für wen, oder ist Pazifismus die richtige Option? Darüber zerbricht die Freundschaft zwischen Alma und Vili, die beide als Berichterstatter in die Geschehnisse involviert sind. Unbestimmt in den Zusammenhängen, akribisch in den Einzelheiten lässt die Autorin die Leser sich ihren eigenen Reim darauf machen und stellt dabei aber deutlich die innere Zerrissenheit der Protagonistin dar.
Und im Endeffekt handelt das Buch davon, dass sich in Zeitläuften wie diesen keine Beziehung, sei es familiär oder eine der Liebe, ungehindert entfalten kann: "Als Erwachsene hatte sie verstanden, dass Menschen wunderbare Metaphern finden - nicht, um sich zu erklären, sondern um zu verstecken und zu verführen und dafür zu sorgen, dass das, was ihnen wirklich kostbar ist, dem Blick verborgen bleibt."
Die Umstände sind aber auch diffizil in dieser Familie, die einen Spagat zu bewältigen hat zwischen dem alten Habsburger Reich und dem neu gegründeten Jugoslawien, das sich unter der Führung des charismatischen Marschalls Tito zur Spitze der blockfreien Staaten aufschwingt. Wir betrachten die Umstände völlig subjektiv durch die Augen Almas, die die rätselhaften Abwesenheiten ihres Vaters nicht durchschauen kann, immer auf dem Sprung zwischen seinem Regierungsamt jenseits der Grenze und seiner Familie auf sicherem Terrain in Italien. Dazu kommt noch Vili, der Sohn von sanktionierten Dissidenten, der hier seine Zuflucht findet, aber dauernd um seine Identität ringt, "... weil nichts von dem, was zu ihm gehörte, dieser infizierte Klumpen Erinnerung, verstanden worden wäre". In dieser Situation dient ihm die orthodoxe Kirche als Anker.
Als nach Titos Tod dieser Vielvölkerstaat auseinanderfällt und der Krieg ausbricht, sind die Zusammenhänge kaum zu verstehen, und es entsetzen nur noch die Eskalationen der Gewalt. Soll man Partei ergreifen und wenn ja für wen, oder ist Pazifismus die richtige Option? Darüber zerbricht die Freundschaft zwischen Alma und Vili, die beide als Berichterstatter in die Geschehnisse involviert sind. Unbestimmt in den Zusammenhängen, akribisch in den Einzelheiten lässt die Autorin die Leser sich ihren eigenen Reim darauf machen und stellt dabei aber deutlich die innere Zerrissenheit der Protagonistin dar.
Und im Endeffekt handelt das Buch davon, dass sich in Zeitläuften wie diesen keine Beziehung, sei es familiär oder eine der Liebe, ungehindert entfalten kann: "Als Erwachsene hatte sie verstanden, dass Menschen wunderbare Metaphern finden - nicht, um sich zu erklären, sondern um zu verstecken und zu verführen und dafür zu sorgen, dass das, was ihnen wirklich kostbar ist, dem Blick verborgen bleibt."