Ein komplexer, kluger und beeindruckender Roman
Hauptschauplatz des Romans ist das italienische Triest mit dem heute angrenzenden Slowenien in einer Zeitspanne von über 50 Jahren.
Die Erinnerungen werden erzählt von der heute 53 jährigen Alma, die dort aufgewachsen ist. Mit Einfluss von den großbürgerlichen Großeltern, gebildete Germanisten, vornehm und dem lebendigen aber wenig halt gebenden Elternhaus – die italienische Mutter arbeitet in einer Psychiatrischen Anstalt, der unstete slawische Vater, ein „charmanter Herumtreiber“ und oft in dem damaligen Jugoslawien aus politischen Gründen unterwegs.
Alma beschreibt ihre Eindrücke und ihr Leben von Kindheit an. Auch die Beziehung zu ihrem Kindheitsfreund Vili zieht sich über Jahrzehnte hinweg. Vili ist ein Sohn von intellektuellen jugoslawischen Dissidenten unter Tito und wird in ihrer Familie aufgenommen. Alma wird Reporterin, Redakteurin, Kriegsberichterstatterin, Vili setzt sich ins Kriegsgebiet in die serbische Hauptstadt ab und fotografiert.
Alma erbt keine Beständigkeit in ihrem Leben. Nachdem sich die Eltern mit den Großeltern überworfen hatten, (ihr Vater war Kommunist mit Verbindungen zu Marschall Tito), ziehen sie auf den Triester Karst, dem Grenzgebiet zwischen Italien und dem heutigen Slowenien.
Nach dem Tod ihres Vaters vermacht er Alma ein Kästchen mit Erinnerungsstücken. Diese Erinnerungen vervollständigen das Bild, das Alma im Laufe ihres Lebens von ihm hatte und ergänzt ihr eigenes Bild von Herkunft und Verständnis.
Doch wo gehört Alma hin und wo findet Vili seinen inneren Frieden seine Zugehörigkeit. Alma erkennt, dass sie ihrem unsteten Vater sehr ähnlich ist.
Ein ganzes Leben lang dem Spielball politischer und innerer Wirren ausgeliefert, finden Alma und Vii nach Jahrzehnten wieder zusammen. Beide, auf ihre Weise, möchten verstehen, wo sie ihren Platz finden, wo sie Wurzeln schlagen können.„Geografie siegt immer über Geschichte“ sagte sie einst, doch : „sie hatte gemerkt, dass sich ihre widerstreitenden Facetten natürlich ineinanderfügten“
Das Leben an sich ist kompliziert und komplex und Federica Manzon kombiniert in ihrem Roman beeindruckend politische gesellschaftliche Strömungen mit persönlichen Entscheidungen.
Der Roman umspannt die Zeit vom Beginn der jugoslawischen Tito Ära über die Jugoslawienkriege in den 1990ger Jahren und den Zerfall von Jugoslawien 1998/99. Auch die Entlassung von allen Anstaltsinsassen in Triest, bahnbrechend in Italien, wird angeschnitten.
Fotos aus entsprechenden Zeitabschnitten vervollständigen den Roman und geben ihm auch die geschichtliche Authentizität.
Der Roman ist gnadenlos in der Beschreibung von Kriegsszenarien im Jugoslawienkrieg, besticht auch durch beeindruckende Weisheiten und Humor mit klugen Formulierungen.
Ein Buch, das man aufmerksam lesen muss; einiges habe ich, angeregt, recherchiert.
Ein Roman der nachhallt und auch in Erinnerung ruft und deutlich macht anhand der Protagonisten, was es bedeutet aufgrund von Herkunft und Geografie zerrissen zu sein und dennoch den eigenen Weg zu finden. Beeindruckend, klug und schön geschrieben, spannend und sehr aufschlussreich.
Die Erinnerungen werden erzählt von der heute 53 jährigen Alma, die dort aufgewachsen ist. Mit Einfluss von den großbürgerlichen Großeltern, gebildete Germanisten, vornehm und dem lebendigen aber wenig halt gebenden Elternhaus – die italienische Mutter arbeitet in einer Psychiatrischen Anstalt, der unstete slawische Vater, ein „charmanter Herumtreiber“ und oft in dem damaligen Jugoslawien aus politischen Gründen unterwegs.
Alma beschreibt ihre Eindrücke und ihr Leben von Kindheit an. Auch die Beziehung zu ihrem Kindheitsfreund Vili zieht sich über Jahrzehnte hinweg. Vili ist ein Sohn von intellektuellen jugoslawischen Dissidenten unter Tito und wird in ihrer Familie aufgenommen. Alma wird Reporterin, Redakteurin, Kriegsberichterstatterin, Vili setzt sich ins Kriegsgebiet in die serbische Hauptstadt ab und fotografiert.
Alma erbt keine Beständigkeit in ihrem Leben. Nachdem sich die Eltern mit den Großeltern überworfen hatten, (ihr Vater war Kommunist mit Verbindungen zu Marschall Tito), ziehen sie auf den Triester Karst, dem Grenzgebiet zwischen Italien und dem heutigen Slowenien.
Nach dem Tod ihres Vaters vermacht er Alma ein Kästchen mit Erinnerungsstücken. Diese Erinnerungen vervollständigen das Bild, das Alma im Laufe ihres Lebens von ihm hatte und ergänzt ihr eigenes Bild von Herkunft und Verständnis.
Doch wo gehört Alma hin und wo findet Vili seinen inneren Frieden seine Zugehörigkeit. Alma erkennt, dass sie ihrem unsteten Vater sehr ähnlich ist.
Ein ganzes Leben lang dem Spielball politischer und innerer Wirren ausgeliefert, finden Alma und Vii nach Jahrzehnten wieder zusammen. Beide, auf ihre Weise, möchten verstehen, wo sie ihren Platz finden, wo sie Wurzeln schlagen können.„Geografie siegt immer über Geschichte“ sagte sie einst, doch : „sie hatte gemerkt, dass sich ihre widerstreitenden Facetten natürlich ineinanderfügten“
Das Leben an sich ist kompliziert und komplex und Federica Manzon kombiniert in ihrem Roman beeindruckend politische gesellschaftliche Strömungen mit persönlichen Entscheidungen.
Der Roman umspannt die Zeit vom Beginn der jugoslawischen Tito Ära über die Jugoslawienkriege in den 1990ger Jahren und den Zerfall von Jugoslawien 1998/99. Auch die Entlassung von allen Anstaltsinsassen in Triest, bahnbrechend in Italien, wird angeschnitten.
Fotos aus entsprechenden Zeitabschnitten vervollständigen den Roman und geben ihm auch die geschichtliche Authentizität.
Der Roman ist gnadenlos in der Beschreibung von Kriegsszenarien im Jugoslawienkrieg, besticht auch durch beeindruckende Weisheiten und Humor mit klugen Formulierungen.
Ein Buch, das man aufmerksam lesen muss; einiges habe ich, angeregt, recherchiert.
Ein Roman der nachhallt und auch in Erinnerung ruft und deutlich macht anhand der Protagonisten, was es bedeutet aufgrund von Herkunft und Geografie zerrissen zu sein und dennoch den eigenen Weg zu finden. Beeindruckend, klug und schön geschrieben, spannend und sehr aufschlussreich.