Geheimnisse

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Alma, die Protagonistin im Roman von Federica Manzon, kehrt nach langer Zeit in ihre Heimatstadt Triest zurück, wegen des Erbes ihres Vaters.
Triest ist geprägt von Einflüssen aus Oesterreich-Ungarn, Italien und dem ehemaligen Jugoslawien. Diese Einflüsse spürt auch Alma während ihrer Kindheit, die habsburgisch geprägten Grosseltern, die ihr nicht nur die Sprache und die Liebe zur deutschen Literatur mitgeben, der Vater, der immer wieder nach "drüben" verschwindet, genauso unvermittelt zurückkehrt und um dessen Tätigkeit sich viele Geheimnisse ranken, und die Mutter, die unter der Abwesenheit des Vaters leidet und sich in der" Stadt der Irren" um die Rosen und die Menschen kümmert. Ihrer Tochter ist ihr nicht wirklich nahe.

Alma erinnert sich im Roman in vielen Rückblenden an kleine und grosse Momente in ihrem Leben, an ihre Wünsche, Hoffnungen und Enttäuschungen.
An Menschen, die sie herausfordern, unterstützen und irritieren und an Vili, der eines Tages mit ihrem Vater von drüben kam und mir ihr aufwächst und ihre erste Liebe wurde.
Wie ihr Vater hat Alma Geheimnisse, sie kommt und geht, ist auf der Suche nach sich, der "Wahrheit" und den Geheimnissen ihres Vaters.

Das Cover des Buches liess auf eine bunte und fröhliche Geschichte schliessen, die gab es zwar auch, in den Sommern ihrer Kindheit. Mehrheitlich ist die Geschichte wenig fröhlich, der Krieg nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens beschreibt die Autorin mit allen Gräueln, die Kriege an sich haben. Alma und Vili sind mittendrin, sie als Reporterin, er als Fotograf. Auch als Erwachsene fühlen sie sich zueinander zugezogen, können dies nur auf körperlicher Ebene leben, zu viele Fragen, Standpunkte und Geheimnisse trennen sie.

Die vielen Gedanken in Firm von Rückblicken machen das Lesen nicht ganz einfach. Der Schreibstil, mal leise und unaufgeregt, dann wieder kraftvoll und mit filmischer Bildsprache war für mich eher schwierig.
Obwohl ich die Zerrissenheit der Protagonisten nachvollziehen kann, sind sie mir nicht wirklich nahe gekommen.