Heimkehr
Was soll ich hierzu sagen, ich bin ehrlich zwiegespalten. Ein Buch, sehr melancholisch, teilweise depressiv angehaucht erzählt es uns die Geschichte von Alma aus Triest, von den Großeltern in österreichischer Manier erzogen, Wiener Kaffeehaus, Gedichte. Zuhause sehr karg. Die Mutter kümmert sich wenig um den Haushalt, ihr Lebensinhalt sind die Rosen. Der Vater, immer wieder für Tage über die Grenze verschwunden. Das Mädchen zwischen zwei Welten. Dann bringt der Vater einen Jungen mit, Vili, der bei ihnen aufwachsen soll, verschlossen. Später wird aus ihnen ein Liebespaar, doch auch Vili sagt nicht, was er arbeitet. Mit seiner Kamera ist er unterwegs und macht Bilder. Ihr Leben ist beherrscht von Krieg, Gewalt und Tyrannei. Später verläßt sie ihre Heimat. Aber als ihr Vater stirbt kommt sie zurück, Vili übergibt ihr das Erbe. Das Buch schwebt immer zurück in die Vergangenheit, die heißen Tage, die mit Schwimmen unterbrochen werden. Die Kinder sind sich selbst überlassen. In verschiedenen Zeitebenen wird uns das Leben der Protagonisten erklärt. Mich erinnert das Buch ein wenig an die Ferrante, der Schreibstil wie auch die Lebensbeschreibung. Erwähnenswert sind hier die Fotos, die einem die Situation genau vor Augen halten. Das Cover allerdings macht auf mich einen friedlichen Eindruck. Alma schaut auf das blaue Meer und Vili hat seine Kamera umgehängt. Die Farben sind sehr hell und freundlich und die Konturen sind sehr minimalistisch. Kein Buch zum schnell lesen, man muß immer wieder aufhören, um das Gelesene verarbeiten zu können.