Komplizierte Zusammenhänge
Alma ist der erste Roman von Federica Manzon, der ins Deutsche übersetzt wurde. Auf den ersten Blick wirkt das Buch wie ein leicht zu lesender Italienschmöker von Elena Ferrante, aber der Schein bzw. das farbenfrohe Cover trügt. Die Handlung spielt in Triest, dieser Stadt an der italienischen Ostgrenze, sowie in verschiedenen Gebieten des ehemaligen Jugoslawien. Alma wächst mit dem gleichaltrigen Vili auf, der aus Serbien stammt und dessen Eltern als Dissidenten in der Heimat zurückgeblieben sind. Auch Almas Vater stammt von „drüben“, wobei unklar ist, woher er eigentlich genau kommt und was er will. Vilis Geschichte wird ebenfalls erst nach und nach klar, und manches habe ich auch gar nicht verstanden. Ich fand es schwer, mich in diesem Buch zurechtzufinden, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass mir das entsprechende Hintergrundwissen gefehlt hat. Allerdings glaube ich, dass es mir damit ähnlich geht wie einem Großteil der Leserschaft. Auch mit den Figuren wurde ich nicht recht warm, weder mit Alma, noch mit ihrem Vater oder mit Vili. Sie blieben mir seltsam fremd. Wenn dieses Buch auch zweifellos gut recherchiert und stilsicher geschrieben beziehungsweise übersetzt wurde, so hat es mir vor allem inhaltlich doch nicht recht zugesagt.