Leben im Wandel der Zeiten
Federica Manzon zeichnet in ihrem preisgekrönten Roman ‘Alma‘ das Bild einer jungen Frau, die sich in einem tiefen, inneren Zwiespalt zwischen den Werten ihrer Großeltern und denen ihrer Eltern befindet. Während die Großmutter und der Großvater sich in geordneten, großbürgerlichen, intellektuellen Kreisen bewegen, in Gedenken an vergangene Zeiten der Zugehörigkeit ihrer Stadt Triest zur österreich-ungarischen Monarchie, führen Almas Eltern ein Leben, welches unaufgeräumt und chaotisch verläuft, durch häufige, spontane Abwesenheiten des Vaters und ein distanziertes Verhältnis zur Mutter geprägt ist. Liebe wird im Elternhaus eher durch konsequentes Schweigen zum Ausdruck gebracht, was eine von der Vergangenheit unbelastete Gegenwart ermöglichen soll. Vili, ein Junge mit kroatischen Wurzeln, der eines Tages Teil der Familie wird, schafft zusätzlich bei Alma große emotionale Verwirrung. Die quälende Auseinandersetzung zwischen Herkunft und daraus resultierender Zugehörigkeit sind Gedanken, die das Gefühlsleben der Protagonistin besonders herausfordern.
Die gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen im Vielvölkerstaat Jugoslawien nach dem Tod von Marschall Tito, die sich zu einem bestialischen Völkermord entwickelten, bilden einen Schwerpunkt der Geschichte. Dargestellt wird die Verkommenheit von Machtstrukturen, deren ethische Maßstäbe einem friedlichen Zusammenleben zutiefst widersprechen.
Die Komplexität der angesprochenen Themen werfen zunächst Fragen zum Geschehen auf, finden im weiteren Verlauf der Geschichte ihre Antworten, wobei auch zwischen den Zeilen gelesen werden kann und sollte. Historische Kenntnisse rund um die Stadt Triest und Jugoslawien helfen bei dieser Lektüre. Der Roman erfordert konzentriertes Lesen, um die Sprünge in der zeitlichen Abfolge gepaart mit einem anspruchsvollem Schreibstil zu meistern.
Die gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen im Vielvölkerstaat Jugoslawien nach dem Tod von Marschall Tito, die sich zu einem bestialischen Völkermord entwickelten, bilden einen Schwerpunkt der Geschichte. Dargestellt wird die Verkommenheit von Machtstrukturen, deren ethische Maßstäbe einem friedlichen Zusammenleben zutiefst widersprechen.
Die Komplexität der angesprochenen Themen werfen zunächst Fragen zum Geschehen auf, finden im weiteren Verlauf der Geschichte ihre Antworten, wobei auch zwischen den Zeilen gelesen werden kann und sollte. Historische Kenntnisse rund um die Stadt Triest und Jugoslawien helfen bei dieser Lektüre. Der Roman erfordert konzentriertes Lesen, um die Sprünge in der zeitlichen Abfolge gepaart mit einem anspruchsvollem Schreibstil zu meistern.