Politischer Roman über den Jugoslawienkrieg

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fredhel Avatar

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Das sommerliche Cover und der Klappentext von „Alma“ versprechen ein Eintauchen in das schöne Triest, wo die Protagonistin aufgewachsen ist. Diese Erwartung wird jedoch nur teilweise erfüllt.

Die Autorin taucht sehr tief in Almas Gefühlswelt ein. Man begleitet sie durch eine Kindheit in dem unordentlichen Haushalt ihrer Mutter, der wenig Struktur bietet, und einem Vater, der nur sporadisch anwesend ist. Seine geheimnisvollen Tätigkeiten in Jugoslawien werfen immer wieder Fragen auf. Auch der Junge aus Belgrad, den er mitbringt und der wie ein Bruder mit Alma aufwächst, ist eine interessante Figur.

Allerdings bleiben Ort und Zeit oft unklar, vieles wirkt schwammig und nicht ganz greifbar. Vor allem ist es nicht der Roman, den man anhand von Cover und Beschreibung erwartet. Statt einer atmosphärischen Geschichte über Triest entwickelt sich das Buch in eine stark politische Richtung. Ohne Vorkenntnisse zum Jugoslawienkrieg fällt es schwer, alles vollständig zu verstehen, sodass man sich nebenbei erst mit den historischen Hintergründen beschäftigen muss.

Trotz der schönen, stellenweise poetischen Sprache konnte mich das Buch insgesamt nicht ganz überzeugen. Meine Erwartungen wurden nur teilweise erfüllt.