Triest, eine Stadt zwischen den Fronten

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asc259 Avatar

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Alma wächst auf in Triest, der Stadt zwischen Habsburger Nostalgie und Jugoslawien. ihr Großvater versucht ihr, die alten Werte zu vermitteln, Kultur, Sprache, Tradition. Ihre Mutter ist aufgewachsen in dieser Enge und ausgebrochen, um den charismatischen jugoslawischen Streuner ohne Vergangenheit zu heiraten. Alma genießt sowohl die Zeit mit den Großeltern als auch die Reisen mit ihrem Vater nach Jugoslawien auf Titos Insel, mischt sich dort unter die jungen Pioniere mit Käppi und Halstuch.
Eines Tages bringt ihr Vater Vili mit, den Sohn eines Dissidentenpaares, der in ihrer Familie aufwächst.
Angesichts des aktuellen Krieges in Europa kommt die Erinnerung an diesen furchtbaren Balkankrieg der Neunziger wieder hoch. Man liest Orte, die man aus den Nachrichten kennt: Vukovar, Srebrenica. Liest von unvorstellbaren Gräueltaten.
Alma und Vili lieben sich, hassen sich, lieben sich wieder, die Beziehung der beiden zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman.
Ein bewegendes Buch, das die Geschichte Triests beleuchtet. Das Flair wurde hervorragend eingefangen, die habsburgische Seite genauso wie die verfallenen Lagerhäuser aus der Nachkriegszeit, die Freude der Kinder beim Baden im Meer. Ich selbst habe vieles nachgeschlagen, um alles besser verstehen zu können, die bewegende Geschichte dieser Stadt und auch, was es mit „Der Stadt der Irren“ auf sich hat. Leider sind nur fünf Sterne zu vergeben, ich hätte gerne mehr gegeben.