Triester Panorama

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„Alma“ erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die nach dem Tod ihres Vaters für drei Tage in ihre Heimatstadt Triest zurückkehrt, um das Erbe zu regeln. Dort angekommen, wird sie konfrontiert mit alten Erinnerungen und geheimnisvollen Verbindungen, Begegnungen mit ihrer Jugendliebe und selbst mit Familien-bedingten länderübergreifender Verbindungen.
Die großen Fragen des Lebens zwischen Gegenwart und Vergangenheit werden unter der Hand thematisiert: wo komme ich her? Was hat mich geprägt? Und bin ich diesen Erfahrungen heute ausgeliefert oder kann ich daraus ausbrechen? Damit steht die Geschichte, die hier präsentiert wird, in auffallendem Kontrast zur heiteren Covergestaltung des Buches.

Der eigentliche Hauptprotagonist des Buches ist aber die Stadt Triest mit ihrer wechselvollen und illustren Geschichte über die vergangenen Jahrzehnte, ja: Jahrhunderte. Wie die Autorin diesen Hintergrund in die Geschichte mit einwebt, ist äußerst gelungen und hebt das Werk auf eine ganz neue Ebene. Die typische Triester Kaffeehauskultur wird ebenso lebendig wie das Leben in einer italienischen Region in Grenznähe.

„Alma“ ist kein Roman, den man in einem Rutsch durchliest, dafür hat er zu viel Tiefe. Aber wer sich darauf einläßt, wird mit einer tiefschürfenden Geschichte belohnt, die auch nach dem Ende der Lektüre lange nachwirkt.