Vielschichtig, verwirrend, faszinierend
Die Handlung spielt an einem Osterwochenende in der Gegenwart, die Protagonistin Alma besucht zuvor eine kleine Insel vor Istrien voller Kindheitserinnerungen an den Vater, verbringt drei Tage in ihrer Geburtsstadt Triest, es folgt ein Ausklang auf der Insel. Alma ist nach Triest gefahren, um ein ihr unbekanntes Erbe abzuholen, das der Vater ihr hinterlassen hat. In diesen Tagen erinnert sich Alma, inzwischen Anfang fünfzig, an ihre Kindheit und Jugend in der Stadt und im Haus auf dem Karst, an erste Liebesabenteuer, auch an die Ausflüge als Kind mit dem Vater. Sie erinnert sich an ihre ersten Jahre als Journalistin, ehe sie Triest verließ, vor rund 30 Jahren. Die Familienverhältnisse waren verworren, die politischen Verhältnisse ebenso, vor allem jenseits der Grenze.
Als Kind fand sie Halt und Sicherheit im geordneten, großbürgerlichen Heim ihrer Großeltern, die sie umsorgten und versuchten, ihrer Enkelin ihre eigenen festen Grundsätze zu vermitteln. Ihre einzige Tochter, Almas Mutter, war aus diesem Heim ausgebrochen und hatte einen Fremden aus dem Osten geheiratet. Ihre Liebe galt diesem Mann, Almas Vater, ihre Fürsorge den Rosen und den Irren, die sie in der „Stadt der Irren“ betreute. Alma fühlte sich von alldem ausgeschlossen. Sie liebte den Vater, einen charismatischen Mann, aber er war ein unsteter Grenzgänger, selten zu Hause, häufig unterwegs im damaligen Jugoslawien, und es blieb unklar, was er dort trieb. Einmal brachte er von dort einen Jungen in Almas Alter mit, Vili, der fortan bei ihnen lebte. Der Vater nahm Alma bei seinen Besuchen stets mit auf lange Spaziergänge, wo er ihr manches erzählte, niemals aber seine eigene Geschichte. Sie sollte in Freiheit aufwachsen, frei von Erinnerungen und den Zwängen der Vergangenheit. Schon früh empfand sie den Konflikt zwischen den Einstellungen der Großeltern und der Eltern, hatte niemand, mit dem sie sich über verletzte Gefühle und drängende Fragen austauschen konnte, und zog sich ins Schweigen zurück.
In Rom, wo sie seither als erfolgreiche Journalistin lebt, führt sie noch immer das Leben einer Außenseiterin, die nichts Privates preisgibt. Die Erzählerin breitet eine Fülle von Bildern, Erinnerungen und Gedanken aus, die zeitliche Einordnung springt hin und her, so wie die Erinnerungen in ihr geweckt werden, angenehme wie schmerzliche. Erst allmählich schält sich aus vielen bruchstückhaften Episoden das Bild einer verstörenden Kindheit und Jugend heraus.
Es ist nicht nur Almas Geschichte, die den Roman ausmacht, auch die politischen Verwirrungen im ehemaligen Jugoslawien, die eine Serie grausamer Kriege auslösten, sind immer wieder Thema und greifen tief in das Leben von Almas Vater, von Vili und in ihr eigenes ein.
Der Roman fasziniert durch seine Vielschichtigkeit ebenso wie durch eine ungewöhnlich bildhafte, sinnliche und schöne Sprache. Für mich ist er eine literarische Entdeckung.
Als Kind fand sie Halt und Sicherheit im geordneten, großbürgerlichen Heim ihrer Großeltern, die sie umsorgten und versuchten, ihrer Enkelin ihre eigenen festen Grundsätze zu vermitteln. Ihre einzige Tochter, Almas Mutter, war aus diesem Heim ausgebrochen und hatte einen Fremden aus dem Osten geheiratet. Ihre Liebe galt diesem Mann, Almas Vater, ihre Fürsorge den Rosen und den Irren, die sie in der „Stadt der Irren“ betreute. Alma fühlte sich von alldem ausgeschlossen. Sie liebte den Vater, einen charismatischen Mann, aber er war ein unsteter Grenzgänger, selten zu Hause, häufig unterwegs im damaligen Jugoslawien, und es blieb unklar, was er dort trieb. Einmal brachte er von dort einen Jungen in Almas Alter mit, Vili, der fortan bei ihnen lebte. Der Vater nahm Alma bei seinen Besuchen stets mit auf lange Spaziergänge, wo er ihr manches erzählte, niemals aber seine eigene Geschichte. Sie sollte in Freiheit aufwachsen, frei von Erinnerungen und den Zwängen der Vergangenheit. Schon früh empfand sie den Konflikt zwischen den Einstellungen der Großeltern und der Eltern, hatte niemand, mit dem sie sich über verletzte Gefühle und drängende Fragen austauschen konnte, und zog sich ins Schweigen zurück.
In Rom, wo sie seither als erfolgreiche Journalistin lebt, führt sie noch immer das Leben einer Außenseiterin, die nichts Privates preisgibt. Die Erzählerin breitet eine Fülle von Bildern, Erinnerungen und Gedanken aus, die zeitliche Einordnung springt hin und her, so wie die Erinnerungen in ihr geweckt werden, angenehme wie schmerzliche. Erst allmählich schält sich aus vielen bruchstückhaften Episoden das Bild einer verstörenden Kindheit und Jugend heraus.
Es ist nicht nur Almas Geschichte, die den Roman ausmacht, auch die politischen Verwirrungen im ehemaligen Jugoslawien, die eine Serie grausamer Kriege auslösten, sind immer wieder Thema und greifen tief in das Leben von Almas Vater, von Vili und in ihr eigenes ein.
Der Roman fasziniert durch seine Vielschichtigkeit ebenso wie durch eine ungewöhnlich bildhafte, sinnliche und schöne Sprache. Für mich ist er eine literarische Entdeckung.