Wie viele Anfänge hat ein Krieg? Federica Manzons „Alma“
"Wie viele Anfänge können Geschichten haben? Kommt darauf an, wer sie erzählt oder wie sie ausgegangen sind."
Triest, Ostitalien, direkt an der Grenze zu Jugoslawien. Hier wächst Alma in einem tiefen Spannungsverhältnis auf. Während ihr Vater eng mit dem sozialistischen Regime assoziiert ist, sind Mutter und Großeltern fest im Westen verwurzelt. Über die Jahre entwickelt sie eine Liebe, die Grenzen überbrücken muss, das nicht immer schafft und schließlich von einem Krieg zerrüttet wird.
Federica Manzon beschreibt eine Familie im Widerstreit zwischen Kapitalismus und Sozialismus, westlicher und osteuropäischer Prägung, gespalten durch die Balkankriege. Eindrucksvoll erzählt sie, was Krieg bedeutet. Nicht für die Soldaten oder den strategischen Militärapparat, sondern für die Zivilbevölkerung. Was passiert an, was passiert hinter der Front? Was macht der Krieg mit den Menschen, mit Familien, mit Beziehungen.
Die Charaktere, die die Handlung tragen, sind alle nicht per se sympathisch, aber in ihrer Zerrissenheit gut nachvollziehbar und authentisch.
Sprachlich bereitet der Roman in der Übersetzung von Verena von Koskull große Freude. Gewöhnt man sich einmal an den teilweise verschachtelten Satzbau, lassen sich im Text immer wieder sprachliche Perlen finden.
Alma ist sicherlich keine leichte Gute-Nacht-Lektüre, aber nicht umsonst ein italienischer Bestseller und dort mit zahlreichen Literaturpreisen prämiert. Absolute Leseempfehlung, insbesondere von dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeschehens.
Triest, Ostitalien, direkt an der Grenze zu Jugoslawien. Hier wächst Alma in einem tiefen Spannungsverhältnis auf. Während ihr Vater eng mit dem sozialistischen Regime assoziiert ist, sind Mutter und Großeltern fest im Westen verwurzelt. Über die Jahre entwickelt sie eine Liebe, die Grenzen überbrücken muss, das nicht immer schafft und schließlich von einem Krieg zerrüttet wird.
Federica Manzon beschreibt eine Familie im Widerstreit zwischen Kapitalismus und Sozialismus, westlicher und osteuropäischer Prägung, gespalten durch die Balkankriege. Eindrucksvoll erzählt sie, was Krieg bedeutet. Nicht für die Soldaten oder den strategischen Militärapparat, sondern für die Zivilbevölkerung. Was passiert an, was passiert hinter der Front? Was macht der Krieg mit den Menschen, mit Familien, mit Beziehungen.
Die Charaktere, die die Handlung tragen, sind alle nicht per se sympathisch, aber in ihrer Zerrissenheit gut nachvollziehbar und authentisch.
Sprachlich bereitet der Roman in der Übersetzung von Verena von Koskull große Freude. Gewöhnt man sich einmal an den teilweise verschachtelten Satzbau, lassen sich im Text immer wieder sprachliche Perlen finden.
Alma ist sicherlich keine leichte Gute-Nacht-Lektüre, aber nicht umsonst ein italienischer Bestseller und dort mit zahlreichen Literaturpreisen prämiert. Absolute Leseempfehlung, insbesondere von dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeschehens.