Zwischen Herkunft und eigener Identität
Als ich „Alma“ von Federica Manzon gelesen habe, hatte ich zuerst nicht genau erwartet, wohin mich das Buch führen würde. Es ist kein klassischer Roman mit viel Handlung, sondern eher eine Geschichte, die sich langsam entfaltet und sich stark mit Identität, Herkunft und Erinnerungen beschäftigt. Mich hat die Geschichte auch persönlich sehr berührt, weil auch ich Wurzeln ziehe aus dem ehemaligen Jugoslawien. Aber zurück zum Buch: Im Mittelpunkt steht Alma, die sich mit ihrer Vergangenheit und ihrer Familie auseinandersetzen muss. Dabei spielt auch die Geschichte der Region, aus der sie kommt, eine wichtige Rolle. Und die Geschichte wurde aus meiner Sicht wirklich gut eingefangen. Beim Lesen merkt man schnell, dass es nicht nur um eine einzelne Person geht, sondern auch um die Frage, wie Geschichte und Herkunft das eigene Leben beeinflussen. Mir hat besonders gefallen, wie das Buch geschrieben ist. Viele Szenen wirken wie Beobachtungen und man muss sich manchmal Zeit nehmen, um wirklich zu verstehen, was zwischen den Zeilen passiert. Gerade das macht das Buch aber auch interessant, weil es einen dazu bringt, selbst über Identität und Zugehörigkeit nachzudenken. Insgesamt hat mir „Alma“ gut gefallen. Es ist ein ruhiges, nachdenkliches Buch, das sich Zeit nimmt für seine Themen. Wer Romane mag, die sich mit Herkunft, Erinnerung und persönlicher Identität beschäftigen, könnte an diesem Buch viel finden.