1914 und 1989 - Frauenschicksale in Berlin

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irismaria Avatar

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Das sehr schön gestaltete Cover mit dem markanten Frauengesicht vor einer Straßenansicht Berlins, alles in Schwarzweiß gehalten, lässt mich schon ahnen, dass es um Frauenschicksale in Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts geht. Tatsächlich steht auch mit Paula, eine jungen Frau im Mittelpunkt, die sich zusammen mit ihrem Freund leidenschaftlich für Frauen- und Arbeiterrechte einsetzt. Da aber der erste Weltkrieg vor der Tür steht, werden ihre Hoffnungen vermutlich im Krieg zerstört werden. In einer anderen Situation ist die Studentin Alex, die 1989 in Ostberlin bei ihrer Oma wohnt und Studentin ist. Mit ihr erlebt man die spannende Zeit der Maueröffnung. Sie geht am 9.11.89 nach Westberlin und verliebt sich an diesem Abend in den Studenten Oliver. Durch den Kontakt zu seiner Familie erforscht sie ihre eigene Familiengeschichte und erfährt Überraschendes. Neben den spannenden Geschichten um Paula und Alex erfährt man in diesem Buch viel über Deutsche Geschichte und die SPD und ihre Entwicklung im Kaiserreich und der Weimarer Republik. Das kommt aber nicht langweilig, sondern sehr abwechslungsreich rüber.
Charlotte Roth schreibt flüssig und lebendig, man ist schon nach kurzer Zeit in der Geschichte drin und erlebt mit den gut gestalteten Hauptfiguren zwei wichtige Zeiten deutscher Geschichte. Ein tolles Buch, nicht nur für Histo-Fans!