Älter werden im Kürthy-Stil – das Buch ein Muss, wenn man derselbe Jahrgang ist

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
frischelandluft Avatar

Von

Ich wurde im Dezember 1967 geboren, bin damit ziemlich genau einen Monat älter als Ildiko von Kürthy, und die letzten Jahrzehnte mit ihr älter geworden. Sie verbalisiert vieles von dem exakt so, wie es auch mir passiert ist – mir und vielen anderen Frauen, die ihre Bücher gerne lesen und denen sie damit eine weithin gehörte Stimme gibt. Sie half und hilft dabei, einiges mit Humor zu sehen und sich nicht alleine zu fühlen – denn zum Beispiel – jetzt in den 50ern – ist es ein merkwürdiges Gefühl, wenn man immer auf der hübschen Seite war und die Menschen um einen herum auf einen zugegangen sind und auf einen reagiert haben – und die Reaktion sich plötzlich ändert. Man wird auf einmal übersehen, übergangen, tritt in den Hintergrund, macht anderen Platz – doch dafür ist es noch viel zu früh. Das kann man nur verstehen, wenn man es erlebt hat. Darüber wundert man sich zuerst, dann gewöhnt man sich langsam daran und merkt – man ist alt genug für Gelassenheit und Wohlwollen und auch dafür, manchmal die „Unsichtbarkeit“ für sich zu nutzen und dass das Spaß macht. Ich freue mich auf dieses Buch und lese sofort die Leseprobe.
Sofort wieder in medias res im Kürthy-Stil – selbstehrlich, lustig, ironisch – sie war in Wacken. Ich muss grinsen, habe meinem Mann zu Weihnachten Festivaltickets für Lenny Kravitz geschenkt – zugegeben, wir gehen nicht nach Wacken, aber auf die Burg Clam, ein saubereres österreichisches Äquivalent. Wahrscheinlich werden unsere Erfahrungen ähnlich, aber eben nicht so schlammig.
Ich habe gelesen, dass Kürthy sich bei GNTM bewirbt – für ein neues Buch? Für dieses Buch? Kommt es deshalb am 26.2. heraus, so etwa nach der 5./6. Folge der neuen Staffel? Die Leseprobe gibt davon noch nichts her, aber ich bin mir sicher, wir werden davon lesen. Zwei Zitate aus der Leseprobe kann ich sofort wieder unterschreiben:

"Ich bin bald sechzig, ich will in nichts mehr reinfeiern. Ich bin froh, wenn meine sozialen Abendbegegnungen gegen 18:00 Uhr beginnen und nicht später als 22:00 Uhr enden, damit ich noch vor elf im Bett bin. Vielleicht bin ich zu alt für den Kiez, für das Nachtleben generell. Der Frau im Badezimmerspiegel sieht man an, dass sie mit der Gesamtsituation nicht zufrieden ist."

"Ich will auch mal selbstbewusst und überzeugt und ungestört sagen dürfen: »Ich find mich scheiße. Heute gefällt mir weder mein Charakter noch mein Gesicht noch mein Körper. So.«"

Ich freue mich auf dieses Buch, ich würde mich sehr über ein Exemplar freuen.