Alte Pfade und wahrscheinlich auch alte Wunden

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whatabout_nadine Avatar

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Das Cover hat mich sofort angesprochen. Handgemalt, ruhig und irgendwie zeitlos. Ich mag solche Cover sehr, denn oft steckt genau hinter dieser Art von Gestaltung eine Geschichte, die mehr sein will als reine Unterhaltung. Für mich passt das Motiv für wunderbar zum Inhalt und hat mich direkt neugierig gemacht.

Schon nach den ersten Seiten war ich mitten in der Geschichte. Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig, so dass ich immer noch eine Seite lesen wollte.

Liliane als eine Protagonistin finde ich spannend, denn sie hat Ecken und Kanten, wirkt manchmal etwas sonderbar und trägt vieles mit sich herum, ohne es auszusprechen. Nach dem frühen Suizid ihrer Mutter musste sie wahrscheinlich viel zu früh funktionieren. Manche Schutzmauern, die man sich als Kind baut, verschwinden dann nicht einfach wieder. Auch ihre Geschwister scheinen eher nebeneinander als miteinander zu leben. Es wirkt wie eine Familie, die über die Jahre auseinandergetrieben wurde, ohne dass jemals wirklich darüber gesprochen wurde.

Der Vater macht auf mich einen ähnlich eigensinnigen Eindruck. Und wenn er früher schon so war wie heute mit seinen 89 Jahren, dann erklärt das vermutlich einiges. Gerade deshalb finde ich die Ausgangssituation so reizvoll.

Ich vermute, dass es nicht nur um Versöhnung zwischen Vater und Tochter gehen wird. Vielleicht geht es auch darum zu verstehen, warum Menschen so geworden sind, wie sie sind. Um Prägungen, die sich über Generationen ziehen. Und darum, ob man Frieden mit einer Vergangenheit schließen kann, die sich nicht mehr ändern lässt.

Ich möchte wissen, welche Geschichte der Vater mit sich trägt, was zwischen den Zeilen noch verborgen liegt und wohin dieser gemeinsame Weg die beiden führt. Für mich fühlt sich das nach der Leseprobe jedenfalls nach einem ruhigen, einfühlsamen Roman an. Ich hätte jedenfalls ohne zu überlegen weitergelesen und freue mich darauf, herauszufinden, was hinter diesen alten Pfaden wirklich verborgen liegt.