Eine Reise, die viel mehr als ein Weg nach Schottland ist

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sunshine22 Avatar

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Die Leseprobe von Alte Pfade hat mich sofort berührt. Schon der Einstieg wirft einen mitten in eine Situation voller Sorge und Ungewissheit: Lilianes fast neunzigjähriger Vater liegt nach einem Herzinfarkt in einem schottischen Krankenhaus – und sie muss sich auf den Weg machen, um ihn noch einmal zu sehen.

Besonders spannend finde ich die Beziehung zwischen Liliane und ihrem Vater. Er scheint ein eigenwilliger, unabhängiger Mensch zu sein, der sich auch im hohen Alter nicht von seiner Tochter helfen lassen möchte. Gleichzeitig wird schnell deutlich, wie wichtig die beiden einander sind. Als Liliane bemerkt, dass ihr Vater das Haus heimlich verlassen hat, um seine Wanderung fortzusetzen, spürt man ihre Angst, aber auch ihren Wunsch, ihn auf seinem letzten Weg nicht allein zu lassen.

Die schottische Landschaft bildet dabei eine wunderschöne und gleichzeitig melancholische Kulisse. Besonders die Vorstellung, dass ein fast neunzigjähriger Mann noch einmal allein durch die Highlands wandert, hat mich tief beeindruckt.

Der Schreibstil ist ruhig, bildhaft und sehr feinfühlig. Gleichzeitig macht die Leseprobe neugierig darauf, was hinter der ungewöhnlichen Reise des Vaters steckt und welche alten Geschichten und Erinnerungen dabei ans Licht kommen werden.

Für mich ist Alte Pfade ein vielversprechender Roman über Familie, Abschied, alte Lebenswege und die Frage, was man seinen Liebsten manchmal noch sagen möchte, bevor es zu spät ist. Ich würde Liliane sehr gerne auf dieser Reise begleiten.