Ach Schottland...

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
klugistgut Avatar

Von

„Alte Pfade“ von Alexa Hennig von Lange ist ein ruhiger und emotionaler Roman über Familie, Vergangenheit und eine späte Annäherung zwischen Vater und Tochter. Nachdem Lilianes 89-jähriger Vater in den schottischen Highlands einen Herzinfarkt erleidet, will er trotzdem seinen alten Wanderweg fortsetzen. Liliane begleitet ihn und erfährt während der gemeinsamen Reise vieles über seine Vergangenheit, das ihr bisher unbekannt war. Dabei beginnt sie auch, ihr eigenes Leben und manche ihrer Entscheidungen neu zu betrachten.

Besonders gelungen fand ich die Beschreibung Schottlands. Die raue Landschaft, die Weite und die Einsamkeit der Highlands werden so atmosphärisch vermittelt, dass man beim Lesen das Gefühl bekommt, selbst dort unterwegs zu sein. Gleichzeitig passt die Landschaft wunderbar zur eher nachdenklichen Stimmung des Romans.

Die Geschichte ist angenehm und einfühlsam erzählt und regt dazu an, über familiäre Prägungen und alte Muster nachzudenken. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass ein oder zwei Entwicklungen gerne noch etwas weiter hätten erzählt werden dürfen. Hier bleiben ein paar Fragen offen.

Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen. Eine ruhige Familiengeschichte mit viel Atmosphäre, die vor allem durch die eindrucksvollen Schottland-Beschreibungen und die besondere Vater-Tochter-Beziehung überzeugt.