Berührende Familiengeschichte

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lindendrea_oldie Avatar

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Schon die Trilogie um die Geschichte von Klara in der schwierigen Zeit der NS-Diktatur von Alexa Hennig von Lange hatte mich gefesselt, und so war ich erfreut wieder ein Buch der Autorin entdeckt zu haben.
Das Cover ist unaufgeregt natürlich, passend zum Titel sehen wir einen unebenen Pfad, der um den Hügel führt, das Ziel ist offen...

Im Roman „Alte Pfade" von Alexa Hennig von Lange lernen wir Liliane, getrennt von ihrer Familie, auf der Suche nach neuer Struktur und gerade aus dem Sonnenurlaub kommend, und ihren schwer kranken Vater kennen, der auf dem einsamen Marsch in die schottischen Highlands zusammenbricht, und ins Krankenhaus gebracht wird.

Und so beginnt für Liliane, die ihrem Vater sehr ähnlich ist und seine Verhaltensweisen doch selten versteht und häufig hinterfragt, zwangsläufig die gemeinsame Wanderung, von der er sich nicht abhalten lässt, die er in jungen Jahren gemacht hat und nun am Ende seiner Tage noch einmal wiederholen möchte.

In der zeitlichen Rückschau führt uns die Autorin in die Lebensumstände ein, die Familiengeschichte von Vater und Tochter, der Mutter, die sich umgebracht hat , die Geschwister, die in ihren eigenen Welten leben..., es geht um Brüche, um die Bewältigung des Unausgesprochenen, um Trauma, um Nähe und Versöhnung.

Ich mag den Schreibstil von Alexa Hennig von Lange sehr, sie hat eine feine Art der Beschreibung, gefühlvoll und detailreich, in gut abgestimmten Sätzen, nimmt sie den Leser mit in die Geschichte.
"Alte Pfade" ist ein schöner Roman, der stimmig den mal beschwerlichen, mal leichten Weg über alte Pfade und neue Wege sowohl in der herrlichen Natur der Highlands als auch im Leben gefühlvoll beschreibt.