Die letzte Reise
„Alte Pfade“ ist ein bisschen Generationenroman, ein bisschen Roadmovie und ein bisschen Coming-of-Age-Geschichte. Es geht um diverse zwischenmenschliche Beziehungen: zwischen Eltern und Kindern, Geschwistern und ehemaligen Partner*innen. Im Zentrum des Ganzen steht Liliane, Anfang 50, die auf dem Rückweg von ihrem Spanienurlaub eigentlich nur einen Besuch bei ihrem 89-jährigen Vater in Hannover machen wollte. Ihn stattdessen in einem schottischen Krankenhaus nach einer Herz-OP zu besuchen, war nicht der Plan – und am Folgetag seine Wanderung durch die Highlands mit ihm gemeinsam fortzusetzen, erst recht nicht. Lilianes Vater sollte im Krankenhaus sein, doch unbeirrbar und beratungsresistent hält er daran fest, diese mehrtägige Wanderung machen zu wollen, wie schon als junger Architekturstudent vor über 60 Jahren. Lilliane sieht keine andere Möglichkeit, als mitzuwandern – in den Leinenschuhen aus dem Spanienurlaub und mit Strandtasche statt Rucksack. Auf dem Weg muss sie sich damit auseinandersetzen, dass zwischen ihr und ihrem Vater einiges ungeklärt bleiben wird. Trotzdem gelingt es ihr, sich ein Stück von ihm zu emanzipieren und etwas mehr zu sich selbst zu finden.
Das ist mindestens der dritte Roman, den ich von Alexa Hennig von Lange gelesen habe. Zurück bleibt immer ein ähnliches Gefühl: Ich hätte gerne noch etwas mehr von den Figuren erfahren, sie noch weiter begleitet, ihr Beziehungsgeflecht noch ein bisschen besser durchschaut. Die Autorin fasst ihre Geschichten generell recht knapp. Die Wanderung von Liliane und ihrem Vater durch die schottischen Highlands schildert sie allerdings sehr atmosphärisch; das Naturerlebnis wird richtig erfahrbar. Die Vater-Tochter-Beziehung hat mich berührt, zeigt sie doch, wie schwer es sein kann, ein tiefergehendes Gespräch zu führen, obwohl man sich familiär so nahesteht. „Alte Pfade“ ist ein bittersüßes Leseerlebnis, das existentielle Fragen aufwirft. Auch wenn ich bedaure, die Figuren nun alle wieder loslassen zu müssen, hat mir der Roman sehr gut gefallen.
Das ist mindestens der dritte Roman, den ich von Alexa Hennig von Lange gelesen habe. Zurück bleibt immer ein ähnliches Gefühl: Ich hätte gerne noch etwas mehr von den Figuren erfahren, sie noch weiter begleitet, ihr Beziehungsgeflecht noch ein bisschen besser durchschaut. Die Autorin fasst ihre Geschichten generell recht knapp. Die Wanderung von Liliane und ihrem Vater durch die schottischen Highlands schildert sie allerdings sehr atmosphärisch; das Naturerlebnis wird richtig erfahrbar. Die Vater-Tochter-Beziehung hat mich berührt, zeigt sie doch, wie schwer es sein kann, ein tiefergehendes Gespräch zu führen, obwohl man sich familiär so nahesteht. „Alte Pfade“ ist ein bittersüßes Leseerlebnis, das existentielle Fragen aufwirft. Auch wenn ich bedaure, die Figuren nun alle wieder loslassen zu müssen, hat mir der Roman sehr gut gefallen.