Ein Anruf aus Inverness
Ein Anruf aus Inverness in Schottland erreicht Liliane spätabends in ihrem Elternhaus in Hannover. Sie ist vom ersten Urlaub nach ihrer Scheidung von Vejer in Spanien durchgefahren, um ihren verwitweten Vater den versprochenen Besuch abzustatten. Zu ihrer größten Verwunderung und entgegen aller Gewohnheiten findet sie das Elternhaus leer vor. Ein Anruf der Nachtschwester Grace aus einem Krankenhaus in Schottland bringt Klarheit. Ihr 89-jähriger Vater wurde von einem Trail in den Highlands per Helikopter mit einem Herzinfarkt dort eingeliefert Es steht schlecht um ihn, die Nieren drohen zu versagen, wenn er nicht an die Dialyse kommt. Liliane macht sich sofort wieder auf den Weg nach Schottland und versucht von unterwegs, ihre große Schwester Charlotte und ihren jüngeren Brüder Georg in Kenntnis zu setzen. In Inverness trifft sie ihren Vater in einer denkbar schlechten Verfassung an und ist voller Sorge. Um so überraschender ist es, dass ihr Vater beschließt, seine Wanderung an die nördlichste Spitze Schottlands durchzuziehen, auch wenn er damit sein Leben riskiert. Notgedrungen und vollkommen unangemessen ausgestattet schließt sie sich ihm an, um das Schlimmste zu verhindern. Der Charakter des Vaters wird sehr deutlich im Buch S. 81: "Für eines hatte ihr Vater fraglos in ihrer Kindheit gesorgt: dass er für sie der stärkste Mann der ganzen Welt war, ihr unerschütterlicher Retter. Doch für diesen Beweis hatte er immer das Wagnis gebraucht; und Kinder und eine Frau, die sich fürchteten."
Drei Tage auf beschwerlichen Wanderwegen und zwei Übernachtungen in dürftig eingerichteten Bothys sind sie unterwegs und kommen der Familiengeschichte näher. Der Vater wiederholt dieses Abenteuer, das er erstmals vor 60 Jahren bereits durchgezogen hatte. Das große Tabuthema, der Freitod der Mutter, als Liliane 12 war, die grauenhafte Vergangenheit des Vaters, der als Kind mit seinen Eltern von Potsdam nach Hamburg flühtete, seine emotionale Verkümmerung, wie es seine Frau nannte, die Auswirkungen, die diese Konstellation auf seine drei Kinder hatte, sind Minenfelder, auf denen sie sich bewegen und die für Liliane und ihren Bruder Georg einiges ins Fließen bringen und es dem Vater erlauben, sein Leben in Frieden zu beenden. Mir hat der gut 200 Seiten starke Roman ausgesprochen gut gefallen. Es passiert äußerlich nicht viel, aber es wird deutlich, wie Familie das Leben der Mitglieder bestimmt und ihren Charakter formt. In diesen Punkten liegt auch die große Kraft der Autorin Alexa Henning von Lange, die sich auch darauf beruft am besten aus eigener Erfahrung zu schreiben.
Drei Tage auf beschwerlichen Wanderwegen und zwei Übernachtungen in dürftig eingerichteten Bothys sind sie unterwegs und kommen der Familiengeschichte näher. Der Vater wiederholt dieses Abenteuer, das er erstmals vor 60 Jahren bereits durchgezogen hatte. Das große Tabuthema, der Freitod der Mutter, als Liliane 12 war, die grauenhafte Vergangenheit des Vaters, der als Kind mit seinen Eltern von Potsdam nach Hamburg flühtete, seine emotionale Verkümmerung, wie es seine Frau nannte, die Auswirkungen, die diese Konstellation auf seine drei Kinder hatte, sind Minenfelder, auf denen sie sich bewegen und die für Liliane und ihren Bruder Georg einiges ins Fließen bringen und es dem Vater erlauben, sein Leben in Frieden zu beenden. Mir hat der gut 200 Seiten starke Roman ausgesprochen gut gefallen. Es passiert äußerlich nicht viel, aber es wird deutlich, wie Familie das Leben der Mitglieder bestimmt und ihren Charakter formt. In diesen Punkten liegt auch die große Kraft der Autorin Alexa Henning von Lange, die sich auch darauf beruft am besten aus eigener Erfahrung zu schreiben.