Ein Buch über Aufbruch und Vergangenheit

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Die fast fünfzigjährige Liliane will auf der Rückfahrt von Spanien ihren neunzigjährigen Vater besuchen. Doch als sie erschöpft abends an ihrem alten Elternhaus ankommt, ist dort keine Spur von dem alten Herrn. Sein Auto steht auch nicht in der Garage. Als ihr Handy klingelt und ihr eine Krankenschwester auf Englisch zu erklären versucht, dass ihr Vater eine Herzoperation hatte und in einem Krankenhaus in Schottland liegt, kann sie es zuerst gar nicht glauben. Liliane macht sich auf den Weg nach Schottland, wo ihr Vater sich aber nicht weiter erholen will, sondern seine Wanderung durch die Highlands fortsetzen möchte, bei der er mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen ist. Als Tochter sieht sie keinen anderen Ausweg, als den sturen Mann auf seinem letzten Weg zu begleiten.
Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin diese Reise der beiden und ihre langsame Annäherung, bei der endlich Ungesagtes ausgesprochen wird. Das Leben und Handeln des Vaters werden ganz langsam entwirrt und dadurch ist das Buch auch sehr spannend, aber auf eine ganz ruhige Art.
„Ihr Vater wanderte gegen seine vergehende Zeit an.“
Ich mochte diesen sanften, melancholischen Ton sehr. Im krassen Gegensatz dazu stehen die wundervollen Landschaftsbilder, die die Autorin zeichnet. Man möchte gleich selbst den Wanderrucksack packen und nach Schottland aufbrechen.
Ein emotionales, sehr berührendes Buch über Ungesagtes in Beziehungen.