Ein sensibler Roman
Die Verortung in Schottland hat mich hier animiert, das Buch zu lesen. So mächtig wie für die Hauptpersonen wirkt jedoch der Handlungsort auf den Leser nicht, wie ich finde. Viel packender wird dann irgendwann tatsächlich die Entwicklung der Beziehung zwischen Vater und Tochter. Der Autorin gelingt es sehr überzeugend, diese zwei Charaktere zu porträtieren, ebenso wie die im Hintergrund bleibenden Geschwister und die verstorbene Mutter. Ein Familiengeflecht, dass sich nur langsam und für die Hauptpersonen nur mühsam entfaltet bzw. klärt. Auf den alten Pfaden, den Wanderwegen Schottlands, müssen sie sich Schritt für Schritt und Etappe für Etappe sorgsam die Schichten der Vergangenheit anschauen und einander zumuten. Ein überzeugendes systemisches Buch, das die Motive und Auswirkungen von menschlichen Verhaltensweisen in einer Familie sehr feinsinnig anschaut.
Stilistisch gefällt mir das Buch überwiegend. Manche Passagen sind sehr präzise und klar, manche Sätze hingegen empfand ich als eher unnötige Füllsel. Eine Autorin mit Potential.
Stilistisch gefällt mir das Buch überwiegend. Manche Passagen sind sehr präzise und klar, manche Sätze hingegen empfand ich als eher unnötige Füllsel. Eine Autorin mit Potential.