Ein Weg zurück zueinander

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nirvia Avatar

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Das Buch hat mich wirklich berührt. Eine Familiengeschichte in leisen Tönen, die aber total berührt und unter die Haut geht.

Liliane reist ihrem fast neunzigjährigen Vater hinterher, der nach einem Herzinfarkt in Schottland unbedingt noch einmal durch die Highlands laufen will. Eigentlich will sie ihn nur nach Hause holen, aber am Ende begleitet sie ihn auf dieser Tour. Dabei verändert sich fast alles: Lilianes Denken über ihre gescheiterte Ehe, ihre Vater-Kind Beziehung, die Verbindung zu ihrem eigenen Sohn.

Dieses sich neu kennenlernen und den anderen ganz anders verstehen als vorher hat mich am meisten gepackt. Man merkt, wie viel zwischen ihnen unausgesprochen war. Der Vater, der immer stark sein musste, der nie über Gefühle gesprochen hat. Liliane, die früh ihre Mutter verloren hat und mit der Härte ihres Vaters groß geworden ist. Und plötzlich stehen sie da, mitten in der Wildnis, und reden über Dinge, die jahrzehntelang verschwiegen und verdrängt wurden.

Der Schreibstil ist ruhig, warm und sehr bildhaft. Die Highlands sind wunderbar lebhaft beschrieben. Man läuft irgendwie mit, spürt den Wind, die Stille, die Weite.

Auch die Figuren wirken echt. Keine perfekten Menschen, sondern solche, die nebenan wohnen könnten: stur, verletzt, unsicher, aber auch liebevoll und voller Sehnsucht. Die Gespräche zwischen Vater und Tochter sind manchmal kurz, manchmal schwer, aber immer ehrlich.

Was mir besonders nahe ging, war der Umgang mit Abschied. Man ahnt, wohin die Reise führt, aber es wird nicht künstlich dramatisiert. Es fühlt sich einfach wahr an. Genau das macht es so emotional.

Für mich ist Alte Pfade ein Buch, das nachwirkt. Es regt zum Nachdenken an — über Familie, über das, was man weiterträgt, und darüber, wie viel von unseren Eltern in uns steckt, auch wenn wir es nicht merken.