Eine intensive, aufrüttelnde Wanderung

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
buecherprinzessin123 Avatar

Von

Alexa Hennig von Lange zeichnet in „Alte Pfade“ ein berührendes und nachdenklich stimmendes Bild einer Vater-Tochter-Beziehung. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Liliane und ihr fast 90-jähriger Vater. Trotz eines gerade erst überstandenen Herzinfarkts ist der sture alte Mann fest entschlossen, seine Wanderung in den schottischen Highlands zu beenden. Liliane beschließt, ihn zu begleiten – der Beginn einer Reise, die sich schnell zu einer inneren Spurensuche entwickelt.

Der Einstieg ist geprägt von all dem Ungesagten, das seit Lilianes Kindheit wie eine unsichtbare Mauer zwischen ihnen steht. Doch in der rauen Natur der Highlands brechen die beiden ihr Schweigen: Schritt für Schritt lernt Liliane völlig neue Facetten ihres Vaters kennen und erhält einen tiefen Einblick in seine Vergangenheit. Nach und nach offenbaren die beiden einander lang zurückgehaltene Gedanken, Ängste und Gefühle.

Insgesamt betrachtet ist es eine ruhige, aber extrem emotionale Erzählung, die mich tief bewegt hat. Der Roman regt intensiv dazu an, über die eigenen Prioritäten im Leben nachzudenken: Welchen Stellenwert sollte die Familie einnehmen? Was ist am Ende wirklich wichtig? Warum schweigen wir Dinge tot, anstatt sie rechtzeitig auszusprechen?

Fazit: Ein tiefgründiges, emotionales Drama über das Schweigen und Verstehen.