Eine Tochter und ihr Vater in den schottischen Highlands

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magdas_buecherwelt Avatar

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Alte Pfade von Alexa Hennig von Lange ist eine wunderschöne Vater-Tochter-Geschichte, die in den schottischen Highlands spielt. Seit ich die Heimkehr-Trilogie gelesen habe, die an die Erinnerungen der Großmutter der Autorin angelehnt ist, zählt sie mit ihren zu Herzen gehenden Geschichten zu meinen Lieblingsautorinnen.
Liliane hat sich vor kurzem nach zwanzigjähriger Ehe von ihrem Mann Frederik getrennt. Ihr Sohn Alex nimmt ihr die Trennung übel, seit er in Mexiko ein Auslandsjahr verbringt, meldet er sich nur noch bei seinem Vater.
Nach der Rückkehr aus dem Urlaub erhält sie einen Anruf aus einem schottischen Krankenhaus. Ihr 89jähriger Vater hat auf einem Wanderweg in den Highlands einen Herzinfarkt erlitten. Sie setzt sich sofort ins Auge und fährt nach Schottland.
Ihr Vater erholt sich schnell, und Liliane erfährt, dass er sich einen letzten Wunsch erfüllen will: Auf dem gleichen Weg wandern, den er sechzig Jahre zuvor erkundet hatte. Liliane besteht darauf, ihn zu begleiten. Ihr Bruder möchte dazu stoßen, sobald es ihm möglich ist.
Auf dem Weg spricht sie Themen an, die ihr schon seit Jahrzehnten auf dem Herzen liegen, allen voran die Ehe ihrer Eltern und den Selbstmord der Mutter. Liliane war zwölf und ihr Bruder fünf, als sich ihre Mutter vor den Zug gestürzt hatte. Liliane glaubt, dass sie den Freitod gewählt hatte, weil sie ihre Ehe nicht länger ertragen konnte.
Der Vater erzählt von der ersten Wanderung seines Lebens, als er als Achtjähriger auf der Flucht vor der Roten Armee von Potsdam nach Hamburg gelaufen ist. Dieses Erlebnis hat in geprägt, sein Motto, auch nach dem Tod seiner Frau lautete stets: Reiß dich zusammen!
Liliane denkt über ihre eigene Ehe und die Gründe für deren Scheitern nach. Lag es vielleicht an dem Männerbild, das ihr vom Vater vermittelt wurde?
Der Roman ist sehr atmosphärisch, die Umgebung wird so authentisch beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein und in die Flora und Fauna der Highlands einzutauchen. Das Ende hat mich zu Tränen gerührt.
Ich fand es interessant, zur Abwechslung mal eine Vater-Tochter-Geschichte zu lesen, denn Mutter-Tochter-Geschichten habe ich schon viele gelesen. Ich selbst hatte schon immer ein herzliches Verhältnis zu meinem Vater, letztes Jahr waren wir zusammen ein paar Tage im Rheingau wandern, ich bin glücklich darüber, dass er das mit seinen 85 Jahren noch so gut geschafft hatte.
Sehr gerne empfehle ich euch diesen kurzweiligen und atmosphärischen Vater-Tochter-Roman weiter.