Es wird alles gut
Alexa Hennig von Lange überrumpelt uns förmlich mit der existenziellen Ausnahmesituation einer Familie, die bereits mit dem Suizid ihrer Mutter vor vielen Jahren eine gewaltige Tragödie zu verkraften und offensichtlich nicht bewältigt hatte. Der Vater in seiner spröden Persönlichkeit treibt es mit 89 Jahren nun auf die Spitze mit seiner geplanten Wanderung durch Schottland, und Liliane hat es erwischt: sie kann ihn nicht alleine laufen lassen, sondern muss mit.
Dramatisch, emotional, sentimental beschreibt die Autorin diesen Marsch, im Laufe dessen sie alte Geschichten wieder aufrührt und dabei erst einmal die Ignoranz des eigensinnigen Vaters zu Tage treten lässt mit seinem antiquierten Bild von Männern und Frauen und seiner Fehldeutung der vergangenen Fakten wie des Selbstmords seiner Frau und der Trennung seiner Tochter von ihrem Mann. Aber auch Liliane wird sich dabei mancher Irrtümer und Fehlhaltungen bewusst.
Drei Punkte haben mich gestört bei der Lektüre: die äußeren Voraussetzungen der Wanderung erschienen mir unglaubwürdig. Man kann nicht ganze Tagemärsche im hügeligen Gelände absolvieren, untrainiert und mit völlig unzureichendem Schuhwerk, schon einmal gar nicht in solch einem Gesundheitszustand wie der alte Herr. Die spontane Vereinigung Lilianes mit dem jungen Niklas konnte ich nur schwer in deren Charakter integrieren, sie erschien mir wie ein Fremdkörper in der ganzen Geschichte. Und außerdem interpretierte sie die Tatsachen anfangs zu stark anstatt die Fakten für sich sprechen zu lassen. Aber vielleicht stellt sie diese Spekulationen auch nur in den Raum, um später die Missverständnisse besser herauszustellen.
Aus der durchaus interessanten Grundkonstellation heraus hat mir dieser Roman, der die "Leichen aus dem Keller" einer Familie holt, zu wenig überraschendes beschert.
Dramatisch, emotional, sentimental beschreibt die Autorin diesen Marsch, im Laufe dessen sie alte Geschichten wieder aufrührt und dabei erst einmal die Ignoranz des eigensinnigen Vaters zu Tage treten lässt mit seinem antiquierten Bild von Männern und Frauen und seiner Fehldeutung der vergangenen Fakten wie des Selbstmords seiner Frau und der Trennung seiner Tochter von ihrem Mann. Aber auch Liliane wird sich dabei mancher Irrtümer und Fehlhaltungen bewusst.
Drei Punkte haben mich gestört bei der Lektüre: die äußeren Voraussetzungen der Wanderung erschienen mir unglaubwürdig. Man kann nicht ganze Tagemärsche im hügeligen Gelände absolvieren, untrainiert und mit völlig unzureichendem Schuhwerk, schon einmal gar nicht in solch einem Gesundheitszustand wie der alte Herr. Die spontane Vereinigung Lilianes mit dem jungen Niklas konnte ich nur schwer in deren Charakter integrieren, sie erschien mir wie ein Fremdkörper in der ganzen Geschichte. Und außerdem interpretierte sie die Tatsachen anfangs zu stark anstatt die Fakten für sich sprechen zu lassen. Aber vielleicht stellt sie diese Spekulationen auch nur in den Raum, um später die Missverständnisse besser herauszustellen.
Aus der durchaus interessanten Grundkonstellation heraus hat mir dieser Roman, der die "Leichen aus dem Keller" einer Familie holt, zu wenig überraschendes beschert.