Familiäre Prägungen

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Man glaubt es kaum, aber „Alte Pfade“ war tatsächlich mein erstes Buch von Alexa Hennig von Lange – und es wird definitiv nicht mein letztes sein. Diese bewegende Geschichte wird noch lange in mir nachhallen.

Nach einem Herzinfarkt ihres 89-jährigen Vaters Klaus reist Liliane ihm nach Schottland hinterher. Eigentlich möchte sie ihn nur nach Hause holen, doch Klaus hat andere Pläne: Er will noch einmal den Weg durch die Highlands gehen, den er bereits als junger Student gewandert ist. Liliane begleitet ihn – und aus der Wanderung wird eine Reise in die gemeinsame Vergangenheit.

Auf Instagram stellt Alexa Hennig von Lange ihren Roman mit den Worten vor: „Wir wissen oft mehr über die Wunden unserer Mütter als über die Träume unserer Väter.“ Auch ihr eigener Vater wanderte einst als Student durch die schottischen Highlands. Für ihre Recherche ist die Autorin seinen damaligen Wegen gefolgt – sie wollte „sehen, wer er hatte sein wollen“.

Diese persönliche und gründliche Recherche spürt man auf jeder Seite. Die Autorin erzählt ruhig, einfühlsam und ausdrucksstark. Besonders die Dynamik zwischen Vater und Tochter, zwischen alten Verletzungen, Sprachlosigkeit und vorsichtiger Annäherung, hat mich durch das Buch getragen. Dabei geht es um familiäre Prägungen, Rollenbilder, das Älterwerden, Verlust und Vergebung – und darum, wie sehr unsere Eltern unser eigenes Leben beeinflussen.

Gleichzeitig ist der Roman unglaublich atmosphärisch. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst durch die raue Landschaft der Highlands zu wandern.

Mein Fazit:
Ein emotionaler und tiefgründiger Roman über Väter und Töchter, familiäre Prägungen und die Möglichkeit, einander neu zu begegnen. Ein Buch, das nachwirkt und Fragen hinterlässt: Wie ähnlich sind wir unseren Eltern? Was haben sie uns mitgegeben? Und wie sehr beeinflusst uns das bis heute?

Für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis.