so eine schöne Reise

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linda.konig12 Avatar

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„Alte Pfade“
Von Alexa Hennig von Lange

Diese Reise hätte ich gerne mit meinem eigenen Vater gemacht. Leider ist er sehr früh verstorben und ich habe nie die Chance bekommen, als erwachsene Tochter mit ihm eine große Reise zu machen. Eine Wanderung - verlassen und mit alten Erinnerungen hätte uns ganz sicher gut getan und auch wir hätten einmal all die unausgesprochenen Themen aufmachen können, und vielleicht hätten wir uns auch getraut, genauer hinzuschauen, uns zu öffnen und über Dinge gesprochen, die wir immer verdrängt haben.

Liliane tut genau das. Die Ausgangslage: Ihr fast 90-jähriger Vater begibt sich allein auf einen Wanderweg nach Schottland, er erleidet einen Herzinfarkt, und sie fährt zu ihm. Er will sich nicht helfen lassen und möchte alleine weiterwandern. Weiter durch die Wildnis der Highlands, ein Weg, den er schon einmal gegangen ist. Und Liliane lässt ihn nicht los und lässt ihn irgendwie auch nicht davon kommen mit alldem Schweigen und den unerzählten Dingen.

Ihre Mutter ist früh gestorben, hat sich das Leben genommen und die Geschwister und der Vater haben über so vieles nicht gesprochen und nun sind die beiden auf sich gestellt und langsam sehen sie aneinander Dinge, die sie sonst so nicht gefunden hätten. Beide mit all ihren eigenen festgefahrenen Vorstellungen und ihrer, irgendwie auch, Unbeweglichkeit, müssen sie nun aufeinander zugehen.
Ein sehr intimes Buch und eine sehr schöne, aber irgendwie auch total traurige Geschichte.

Ich musste oft an meinen Vater denken und wie es wohl wäre, wenn ich jetzt noch mal mit ihm reden könnte. Und so oft, wenn ich solche Geschichten lese, denke ich, man darf den Punkt nicht verpassen, und man muss immer wieder sich und der Familie die Chance geben, sich zu öffnen, sonst ist es irgendwann zu spät.