Wohin der Weg uns führt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
hic&nunc Avatar

Von

Liliane, frisch geschieden und seit jeher unabhängig, sieht sich plötzlich der Situation gegenüber ihren herzkranken Vater auf seiner letzten Reise zu begleiten. Zu Fuß durch die Wildnis der Hochlands. Völlig unvorbereitet. Und doch geschieht in diesen Tagen etwas, das sie ihren Vater neu kennen lernen, die Vergangenheit neu einordnen und nicht zu letzt ihr eigenes Leben hinterfragen lässt.
Man spürt in jeder Zeile die Weite und Einsamkeit der Natur, die Möglichkeit sich zu besinnen. Trotzdem ging mir dieses Buch weit weniger nahe als angenommen. Ich vermute es lag daran, dass ich mich auf die Personen nicht in Gänze einlassen konnte und sie mir in ihrem Denken und Handeln immer auch etwas fremd blieben.
Lilianes Wandlung zeigt auch keinen geraden Verlauf und mäandert etwas durch die Handlung. Man weiß nicht wohin sie ihre Gedanken treiben und erkennt in ihnen kein klares Ziel. Einerseits zeigt sie sich ängstlich, dann wieder hart und auch ihr Vater lässt kaum hinter seine harte Schale blicken. Liliane bewerten einige seiner Wesenszüge und Entscheidungen neu, nicht immer wäre ich zum gleichen Entschluss wie sie gekommen.
Es liegt Vergebung in diesem Buch. Und innerer Frieden. Zwei Situationen stören dieses Bild in meinen Augen jedoch.