Makaber oder Fazinierend?

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ravenmoon Avatar

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Diese Fantasy hat mich schon mit ihrer Grundidee neugierig gemacht. Eine junge Frau kann Tote zurück ins Leben holen – allerdings nicht einfach durch einen Zauber, sondern indem sie einen unversehrten Teil des Leichnams in der Erde vergräbt. Allein diese Vorstellung ist gleichzeitig faszinierend und ziemlich makaber. 😄

Besonders stark finde ich aber die emotionale Ebene. Soojin hat vor zehn Monaten ihre Schwester Mirae verloren und hält verzweifelt an ihrer Trauer fest. Denn für sie bedeutet das Loslassen gleichzeitig, Mirae ein zweites Mal zu verlieren. Dass ausgerechnet ihre besondere Gabe mit Tod, Wiedergeburt und den Erinnerungen an ihre Schwester verbunden ist, macht die Geschichte für mich sehr interessant.

Dazu kommt die koreanische Atmosphäre, die sich nicht einfach wie ein aufgesetztes Fantasy-Element anfühlt. Schon das alte Familienvermächtnis und die Geschichte über das hungernde Mädchen und die immer wieder auferstehende Henne geben der Magie etwas Unheimliches und Märchenhaftes.

Und dann ist da noch Mark, der Sohn eines Tierbestatters, der Soojin seit ihrer Kindheit kennt. Zwischen den beiden deutet sich bereits eine interessante Dynamik an, ohne dass die Leseprobe gleich in eine klassische Liebesgeschichte abdriftet.

Auch optisch ist das Buch ein echter Hingucker. Das Cover mit den verschlungenen Pflanzen, den Fischen, Blumen und der Figur im Wasser wirkt geheimnisvoll und passt hervorragend zu dieser ungewöhnlichen Geschichte.

Ich mag Fantasy, die sich etwas traut – und diese hier hat definitiv ihren eigenen Ton. Die Mischung aus koreanischer Mythologie, düsterer Magie, Trauer und einer leisen zwischenmenschlichen Geschichte hat mich neugierig gemacht. Ich möchte unbedingt wissen, was hinter Miraes Tod steckt und ob Soojin ihre Schwester tatsächlich zurückholen kann.