Düstere Familienmagie mit Friedhof-der-Kuscheltiere-Vibes

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donnie_darko Avatar

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Optisch ist das Buch schon mal eine absolute Punktlandung! Allein die vielen liebevollen Details auf dem Cover sowie der Farbschnitt springen einem sofort ins Auge und zeigen, wie man inhaltliche Anspielungen geschickt einbindet. Kombiniert mit diesem spannenden Klappentext wuchs direkt meine Neugierde, sodass meine Erwartungen dementsprechend hoch waren. Nach ein paar Tagen Gedenkzeit muss ich aber gestehen, dass ich leider noch immer hin und her gerissen bin, was aber definitiv nicht am Schreibstil lag. Dieser ist nämlich sehr bildgewaltig und hat durch den Prolog eine so schön düstere Atmosphäre aufgebaut, dass ich das Werk gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Auch der Einstieg in Soojins tragisches Leben sowie die Idee rund um die Magie als Familienbürde waren sehr interessant. Doch je weiter die Kapitel fortschritten, desto stärkere Parallelen sah ich zu Friedhof der Kuscheltiere. Hier hätte ich mir einfach etwas mehr Einfallsreichtum gewünscht, insbesondere was die Vergangenheit der weiblichen Familienseite oder auch die Ausübung der Magie anbelangt. Auch mit Soojin musste ich erst mal warm werden, weil sie nicht gerade durch Sympathie glänzte. Ihr Verhalten schwankte mir zu sehr zwischen spürbarer Verzweiflung und nicht nachvollziehbarer Naivität. So fieberte ich stellenweise mit ihr und ihrer Schwester Mirae mit, gleichzeitig schlich sich zwischendrin aber auch das Gefühl von Genervt sein über ihr doch recht kindisches Verhalten ein. Ihr Vater blieb bis zum Finale für meinen Geschmack zu blass und auch bei Mirae hätte ich mir noch mehr Einblicke in ihren außergewöhnlichen Alltag gewünscht, denn ihre Gedanken sowie Gefühle hätten mich brennend interessiert. Dank meinem Lieblingscharakter Mark kann ich über diese kleinen Abstriche aber absolut hinwegsehen. Er war einfach die perfekte verlässliche Stütze und durch seine authentischen Emotionen wurde das Buch noch zum echten Pageturner.

Im Mittelteil verlor die Handlung zwar leicht an Schwung, aber bei so einem grandiosen Finale kann man schon mal ein Auge zudrücken. Sowohl das Pacing als auch die emotionalen Szenen verleihen der Geschichte noch den krönenden Abschluss, welcher einem durch sein düsteres Was-wäre-wenn-Szenario rund um den Tod noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

💭 Fazit: Jihyun Yuns atmosphärischer Schreibstil macht die düstere Familienmagie zu echtem Kopfkino, welches in einem grandiosen Finale voller Emotionen gipfelt. Auch wenn der Mittelteil ein paar Längen hat und die Figuren etwas mehr Feinschliff vertragen hätten, geht die Geschichte unter die Haut. Wer Lust auf leichten Schauer mit Friedhof-der-Kuscheltiere-Vibes und düsterer Magie hat, wird hier bestens unterhalten. Klare Empfehlung und solide 4 von 5 Sternen!