Wenn Liebe den Tod überlistet, aber der Tod nicht bereit ist, sich austricksen zu lassen.

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nadjadn Avatar

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Manchmal gibt es Bücher, die gar nicht laut sein müssen, um einem ordentlich unter die Haut zu gehen. And The River Drags Her Down gehört definitiv dazu. 🖤🌊

Soojin hat schon viel zu viel verloren. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, muss sie nun auch noch den Tod ihrer älteren Schwester Mirae verkraften, die unter mysteriösen Umständen im Fluss ertrunken ist. Und obwohl Soojin genau weiss, dass es eine Regel gibt, die niemals gebrochen werden darf, entscheidet sie sich aus ihrer Verzweiflung heraus, Mirae zurückzuholen.

Denn die Frauen in Soojins Familie besitzen eine ganz besondere Gabe: Sie können Tote wieder zum Leben erwecken. Eigentlich darf diese Magie aber nur für kleine Tiere verwendet werden.

Tja… Regeln sind manchmal eben genau dann besonders schwer einzuhalten, wenn man jemanden einfach nicht gehen lassen kann. 😭

Und zunächst scheint es tatsächlich zu funktionieren. Mirae ist wieder da. Die Schwestern können wieder zusammen sein, lachen, nachts unterwegs sein und für einen Moment so tun, als wäre nichts passiert.

Doch natürlich ist der Tod nicht etwas, das man einfach austrickst.

Mirae verändert sich. Sie wird rastlos, hungrig und scheint etwas zu wollen, das weit über ihr eigenes Leben hinausgeht. Gleichzeitig wird die kleine Küstenstadt von immer heftigerem Regen und merkwürdigen Todesfällen heimgesucht.

Und irgendwann stellt sich die Frage, die Soojin am liebsten überhaupt nicht beantworten möchte: Hat sie wirklich ihre Schwester zurückgeholt? Oder etwas anderes? 👀

Was mich an dem Buch besonders gepackt hat, war gar nicht unbedingt der Horror allein, sondern die Art, wie Trauer hier erzählt wird. Soojin kann nicht loslassen. Und wer kann ihr das verdenken? Sie hat jemanden verloren, der für sie unglaublich wichtig war. Ihre Entscheidung ist falsch und gefährlich, aber gleichzeitig so menschlich, dass ich sie verstehen konnte.

Auch die Beziehung zwischen den Schwestern fand ich sehr interessant. Da steckt unglaublich viel Liebe drin, aber eben auch Schmerz, Schuldgefühle und Dinge, die nie ausgesprochen wurden. Gerade diese familiären Beziehungen machen die Geschichte für mich emotional viel stärker.

Die koreanischen folkloristischen Elemente haben mir ebenfalls richtig gut gefallen. Die Verbindung zur koreanischen Mythologie und die Vorstellung von Wassergeistern, Wiederbelebung und einer Gabe, die innerhalb der weiblichen Linie weitergegeben wird, geben der Geschichte etwas ganz Eigenes. ✨

Und dann ist da diese Atmosphäre…

Düster, melancholisch, nass, bedrückend.

Der Fluss, der Regen, die kleine Küstenstadt und dieses ständig unterschwellige Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, funktionieren einfach unglaublich gut. Es ist kein Horror, der permanent mit dem nächsten Schock um die Ecke kommt. Vieles entwickelt sich langsam und kriecht eher unter die Haut.

Allerdings muss man genau dieses langsame Tempo mögen. Einige Passagen waren mir persönlich etwas zu ruhig und gerade am Anfang musste ich mich erst auf die Erzählweise und die verschiedenen Perspektiven einstellen. Die Geschichte springt teilweise zwischen Zeiten und Blickwinkeln, was für mich nicht immer sofort leicht einzuordnen war.

Dafür wird man mit einer Geschichte belohnt, die immer mehr Ebenen bekommt. Es geht um Trauer, Familie, Schuld und die Frage, wie weit man gehen würde, um einen geliebten Menschen zurückzubekommen.

Und manche Szenen… puh. 😳
Der Body Horror ist definitiv nicht ohne. Gerade die Verbindung zwischen Wasser, Verfall und den wiederkehrenden Toten konnte bei mir für ordentlich Gänsehaut sorgen.

Was ich besonders schön fand: Trotz all der Dunkelheit ist die Geschichte nicht einfach nur grausam. Sie hat unglaublich viel Herz. Es geht um Liebe zwischen Geschwistern, um Verlust und darum, dass man jemanden manchmal gerade dadurch liebt, dass man ihn irgendwann loslassen muss.

Für mich ist And The River Drags Her Down eine Geschichte über

🌊 Trauer und die Angst vor dem Loslassen
🖤 bedingungslose Geschwisterliebe
✨ koreanische Folklore und alte Magie
👻 Wiederbelebung und die Konsequenzen davon
🩸 Rache und vergangene Schuld
🌧️ eine düstere, melancholische Atmosphäre
🥀 die Frage, wie weit man aus Liebe gehen würde

Mein Fazit:

And The River Drags Her Down ist für mich kein typischer Horrorroman, sondern eine sehr emotionale und düstere Geschichte, bei der der eigentliche Schrecken oft in der Trauer und den Entscheidungen der Figuren steckt.

Ich mochte besonders die Verbindung aus koreanischer Folklore, Mystery und diesem leisen Gothic Horror. Die Geschichte braucht etwas Zeit, um sich zu entfalten, aber genau dadurch entsteht diese bedrückende Atmosphäre, die immer stärker wird.

Und Soojin? Ich konnte ihre Entscheidung verstehen, auch wenn ich beim Lesen mehr als einmal dachte: Mädchen… das war jetzt wirklich keine gute Idee. 😅

Eine melancholische, ungewöhnliche Geschichte über Verlust, Liebe und die Konsequenzen davon, wenn man sich weigert, Abschied zu nehmen. 🖤🌊