Überraschend anders, höllisch gut

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jukafo Avatar

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Der Schreibstil ist angenehm flüssig und durch die Perspektiven-Wechsel sowie die Rückblenden stets abwechslungsreich.

Besonders hervorzuheben sind die detaillierten Beschreibungen der verschiedenen Orte – man fühlt sich, als würde man mit durch die Hölle marschieren (manchmal auch kriechen). Die Darstellung der einzelnen Höllenbereiche, die unterschiedliche Sünden widerspiegeln, sorgt für eine bedrückend faszinierende Atmosphäre. Es gibt viele interessante Ansätze, die zeigen, wie viel Potenzial in dieser düsteren, aber vielschichtigen Welt steckt.

Zugegeben: Nicht alles wird voll ausgeschöpft. Manches bleibt eher an der Oberfläche oder wird nur angerissen, wo ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Doch die Geschichte bleibt durchgehend spannend und regt zum Nachdenken an – über Schuld, Moral, und die Frage, wie weit man gehen darf, um sein Ziel zu erreichen.

Der Plottwist am Ende war definitiv ein Highlight – auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich schon früh geahnt habe, dass die Hauptfigur nicht so gut ist, wie sie uns zunächst verkauft wird. Trotzdem: die Art, wie sich das Ganze auflöst, ist dennoch überraschend und verschiebt das Bild von "gut und böse".

Fazit: Insgesamt eine gelungene Umsetzung mit einigen starken Momenten und einer Atmosphäre, die einem angenehm unter die Haut kriecht. Für Fantasy-Liebhaber, die einmal in eine etwas andere Hölle eintauchen möchten sehr empfehlenswert.