Wer im Schlaf tötet ist nicht schuldfähig
Das Buch hat mich ab dem ersten Kapitel gefesselt. Allein das Thema Schlafwandeln und Schuldfähigkeit aus forensischer Sicht ist schon höchst interessant. Dazu noch das Thema Resignationssyndrom, was es ja wirklich gibt und die Ausflüge in die freudsche Traumdeutung und Psychoanalyse haben das Werk für mich abgerundet. Bis zum Schluss wusste man nicht ob Anna, die augenscheinlich in einer schicksalhaften Nacht ihre zwei Freunde mit einem Messer getötet hat, schuldig ist oder ob sie entweder geschlafwandelt ist oder vielleicht doch jemand anderes die Tat begannen hat. Die Hauptfigur des Romas ist der forensische Schlafforscher Ben, der mit eigenen Dämonen zu kämpfen hat und durch den Fall Anna O seine Familie verloren hat. Im Verlaufe des Buchen hat man stellenweise Sympathie für Anna und irgendwann hat man aber auch den Verdacht, dass sie es selbst gewesen sein konnte. Man schwankt immer mal wieder zwischen den Verdächtigungen und bis zum Schluss kann man die Tatsächlichen Vorgänge die bis zu einem alten True Crime Fall von vor über 20 Jahren reichen, nicht nachvollziehen. Für mich ein raffinierter psychologischer Thriller, der die Bestnote verdient hat und auf alle Fälle Potenzial für eine Verfilmung hat.