Sehr gelungener Auftakt

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herbstwindtraum Avatar

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Der Prolog zieht einen direkt in Almas Kopf: Die Sätze laufen oft über mehrere Gedanken hinweg, ohne echten Punkt, ganz so, wie sie selbst nicht aus ihrer eigenen Fixierung auf Anton herauskommt. Man merkt beim Lesen richtig, wie sie sich in Details verbeißt, etwa in den Yaourt, die Chatnachrichten, die drei Tage ohne ihn, und wie aus jeder Kleinigkeit sofort eine große Bedeutung wird.
Gut gefällt mir die Idee mit den acht U-Bahn-Stationen, jede mit einer Erinnerung verknüpft. Der Running Gag mit dem Müll (ihr Bachelorarbeitsthema, das dann auf sein ganzes Leben übergreift) ist witzig gesetzt und wird nicht sofort überdeutet: Man weiß nicht genau, ob es nur ein Flirt-Motiv ist oder tatsächlich etwas über die beiden Figuren aussagt.
Am dichtesten ist die Geburtstagsszene bei Anton zu Hause: jüdisch-amerikanisch-deutsche Familie, Hebräisch-Reste beim Singen, der Streit ums vegane Essen, Garys Kochchaos und mittendrin Ornas Geschichte über ein Kind aus der Klinik, dessen Vater die Mutter angezündet hat. Diese Kontraste zwischen Alltagsgeplänkel und ernstem Unterton werden einfach nebeneinandergestellt, ohne Kommentar, und genau das macht die Szene dann sehr eindringlich.