Anspruchsvoller Roman, der dennoch hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist

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vo.nicole Avatar

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"Anton und Alma", so heißt das zweite literarische Werk von Dana Vowinckel. Dieses Mal nimmt sie uns mit auf die Reise von Anton und Alma mit Einblicken in die jüdische Diaspora.

Die Geschichte spielt an unterschiedlichen Orten, hauptsächlich in Berlin und New York. Aus zwei Perspektiven lernen wir Anton und Alma kennen. In den mehr als 500 Seiten vergehen mehrere Jahre. Eingebettet ist die Geschichte in der Gegenwart, zentral benannt wird der Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023, der einen wichtigen Wendepunkt für Anton darstellt.

Der Schreibstil von Dana Vowinckel ist besonders. Sie vermag es mit Worten umzugehen und damit Inhalte und Emotionen zu transportieren. Einzig die partiell vulgären Elemente haben mich nicht angesprochen. Die Geschichte selbst plätschert für mich teilweise vor sich hin und weist hin und wieder kleinere Längen auf. Mit Anton und Alma wurde ich über die Zeit und Seiten hinweg leider nur bedingt warm. In gewisser Weise blieben sie mir distanziert. Vor allem auch in ihrer Beziehung zueinander. Ich hatte das Gefühl, ihre Liebesbeziehung besteht aus viel Sprachlosigkeit und ich konnte die Verbindung nicht wirklich mitfühlen.

Gut gefallen hat mir hingegen die Einbettung des jüdischen Glaubens. Ich konnte viel mitnehmen bzw. mein Wissen auffrischen. Die Konversion der Chasaren nimmt einen großen Teil ein, was meiner Meinung nach auch etwas reduzierter hätte sein können, aber dennoch passend ist, um die Kernpunkte des Romans zu verstehen.

Alles in allem hat Vowinckel einen anspruchsvollen Roman erschaffen, der es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 geschafft hat. Im Vornherein wurde der Roman in den sozialen Medien bereits sehr gehyped - wodurch ich möglicherweise mit zu hohen Erwartungen an die Lektüre gegangen bin und die sich (leider) nicht ganz erfüllt haben.