Eine Liebe, zwei Welten
Zum ersten Mal treffen sich Anton Weiss und Alma Bormann bei einem Schüleraustausch in der Bretagne. Danach vergehen Jahre, bis sie sich auf einer Party erneut begegnen und verlieben. Beide sind in Berlin aufgewachsen, wo sie studieren. Doch neben diesen Gemeinsamkeiten gibt es etliche Unterschiede: Anton stammt aus einer Akademikerfamilie im bürgerlichen Schöneberg, Alma wurde mit ihrer Mutter und einem lieblosen Stiefvater am östlichen Rand der Stadt groß. Anton ist jüdisch, Alma nicht. Dennoch lassen sie sich auf eine komplizierte Beziehung ein, in die sich zunehmend das politische Weltgeschehen und ihre persönlichen Zukunftswünsche drängen…
„Anton und Alma“ ist ein Roman von Dana Vowinckel, nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026.
Eingeleitet von einem Prolog, wird die Geschichte chronologisch in 151 Kapiteln erzählt, in personaler Perspektive im Wechsel aus der Sicht von Anton und Alma. Die Handlung umspannt einige Jahre und spielt an verschiedenen Orten: in Deutschland, Israel und den USA.
Auf den mehr als 500 Seiten ist der Roman erstaunlich komplex und vielschichtig. Vordergründig geht es um eine Liebesgeschichte zwischen zwei sehr unterschiedlichen jungen Leuten. Sie hält einige dramatische und bewegende Szenen bereit.
Zugleich behandelt der Text aber noch sehr viel mehr: vor allem Glaube, Herkunft, Identität, Ausgrenzung und Klasse. Die jüdische Historie erhält viel Raum, was einerseits interessanten Stoff bietet, andererseits zum Teil für langatmige Passagen sorgt.
Besonders interessant waren für mich die vielen aktuellen Bezüge, vor allem das Erstarken des Antisemitismus, der Terrorangriff der Hamas und der folgende Gazakrieg. Aber auch die Pandemie, der Krieg in der Ukraine und andere Themen unserer Zeit werden in dem Text verarbeitet.
Im klaren Fokus der Geschichte stehen Alma und Anton, zwei reizvolle Figuren, die mit ihren Schwächen lebensnah erscheinen. Obwohl ihre Gedanken und Gefühle sehr deutlich werden, konnte ich eine gewisse Distanz zu den beiden Charakteren leider bis zum Schluss nicht überwinden.
Die Sprache ist zeitgemäß, direkt, manchmal etwas vulgär, aber passend zum Alter der Protagonisten und immer wieder durchzogen von bedeutungsschweren Sätzen. Der Stil ist dialoglastig. Eingeflochten wurden zahlreiche Referenzen zu Filmen, Musik und Büchern.
Das reduzierte Covermotiv wirkt modern, jedoch auch nichtssagend. Im starken Kontrast dazu steht der konservativ formulierte Titel des Romans.
Mein Fazit:
„Anton und Alma“ von Dana Vowinckel ist ein berührender, unterhaltsamer und thematisch anspruchsvoller Roman. Eine empfehlenswerte Lektüre!
„Anton und Alma“ ist ein Roman von Dana Vowinckel, nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026.
Eingeleitet von einem Prolog, wird die Geschichte chronologisch in 151 Kapiteln erzählt, in personaler Perspektive im Wechsel aus der Sicht von Anton und Alma. Die Handlung umspannt einige Jahre und spielt an verschiedenen Orten: in Deutschland, Israel und den USA.
Auf den mehr als 500 Seiten ist der Roman erstaunlich komplex und vielschichtig. Vordergründig geht es um eine Liebesgeschichte zwischen zwei sehr unterschiedlichen jungen Leuten. Sie hält einige dramatische und bewegende Szenen bereit.
Zugleich behandelt der Text aber noch sehr viel mehr: vor allem Glaube, Herkunft, Identität, Ausgrenzung und Klasse. Die jüdische Historie erhält viel Raum, was einerseits interessanten Stoff bietet, andererseits zum Teil für langatmige Passagen sorgt.
Besonders interessant waren für mich die vielen aktuellen Bezüge, vor allem das Erstarken des Antisemitismus, der Terrorangriff der Hamas und der folgende Gazakrieg. Aber auch die Pandemie, der Krieg in der Ukraine und andere Themen unserer Zeit werden in dem Text verarbeitet.
Im klaren Fokus der Geschichte stehen Alma und Anton, zwei reizvolle Figuren, die mit ihren Schwächen lebensnah erscheinen. Obwohl ihre Gedanken und Gefühle sehr deutlich werden, konnte ich eine gewisse Distanz zu den beiden Charakteren leider bis zum Schluss nicht überwinden.
Die Sprache ist zeitgemäß, direkt, manchmal etwas vulgär, aber passend zum Alter der Protagonisten und immer wieder durchzogen von bedeutungsschweren Sätzen. Der Stil ist dialoglastig. Eingeflochten wurden zahlreiche Referenzen zu Filmen, Musik und Büchern.
Das reduzierte Covermotiv wirkt modern, jedoch auch nichtssagend. Im starken Kontrast dazu steht der konservativ formulierte Titel des Romans.
Mein Fazit:
„Anton und Alma“ von Dana Vowinckel ist ein berührender, unterhaltsamer und thematisch anspruchsvoller Roman. Eine empfehlenswerte Lektüre!