Für eine andere Generation

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ellinorliest Avatar

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Hattet ihr bei einem Buch schon einmal das Gefühl, dass ihr zu alt für die Geschichte seid? Mir ging es gerade bei Anton und Alma so. Der Roman ist mit eines der Bücher, auf deren Erscheinen ich mich dieses Jahr mit am meisten gefreut habe. Ich habe Dana Vowinckels Debüt geliebt, es damals schmerzlich auf der Longlist für den deutschen Buchpreis vermisst und mich dafür umso mehr gefreut, dass es nun Anton und Alma auf diese Liste geschafft hat.
Als ich dann jedoch mit Lesen anfing, war ich schnell ernüchtert. Dana Vowinckel schreibt zwar wahnsinnig gut. Wie sie ihre Sätze immer weiter ausdehnt, sodass man darin abtauchen möchte, einfach toll, dazu wieder viele kluge Gedanken. Trotzdem bin ich nur sehr schwer in die Geschichte hineingekommen und sie fühlte sich auch sehr zäh an. Schuld waren Alma und Anton, die beiden Hauptfiguren. Sie sind etwa 20 Jahre jünger als ich, Teil einer anderen Generation. Das klingt nun so, als hätte ich kein Verständnis für jüngere Menschen. Das ist es aber mich. Was mich störte war, dass bei den beiden alles so furchtbar kompliziert sein musste. Ich hatte das Gefühl, dass die beiden sich selbst das Leben schwer machen, wenn es doch so viel einfacher sein könnte (das stört mich übrigens auch bei Leuten meines Alters). Auf die Dauer fand ich dies schrecklich ermüdend. Das Ende ist grausam, es zerreißt einem tatsächlich das Herz. Der Weg dorthin ist aber recht mühselig.
Insgesamt ist Anton und Alma leider nicht mein Buch.