Großer Roman der Gegenwart
Ein Fan von Dana Vowinckel war ich schon nach ihrem Debüt, und dieser Roman führt ihren Stil und ihre Themen fort, in noch größeren Zusammenhängen und enormer erzählerischer Reife. Anton und Alma erscheinen während der Lektüre wie reale Menschen, mit all ihren Sehnsüchten und Schwächen, Vowinckel schont ihre Figuren nicht und begegnet ihnen zugleich mit großer Liebe, stellt sie niemals bloß. So viel psychologisches Feingefühl im Kleinen mit einer großen Geschichte unserer Zeit zu verweben, das muss man erstmal schaffen. Vowinckel setzt ihre Figuren wichtigen politischen und gesellschaftlichen Themen und Ereignissen aus, gibt ihren Lesern so zu denken, ohne auch nur an irgendeiner Stelle belehrend zu wirken oder eine plakative Botschaft zu verstecken. In diesem Buch steckt einfach das Leben an sich, mit all seiner unfairen Tragik. Ganz, ganz groß.