Ich musste mich erst einlesen
Das Cover von "Anton und Alma" von Dana Vowinckel ist unaufgeregt und schlicht und lässt nichts von der turbulenten Geschichte erahnen. Es geht um die Studenten Anton und Alma und deren Lebens-und Liebesgeschichte. Anton ist Jude und kommt aus einem hochgebildeten Elternhaus, wohingegen Almas familiäre Wurzeln vieles zu Wünschen übrig lassen. Sie streiten und versöhnen sich, sind problembeladen und auf der Suche nach der eigenen Identität und ihrer beider Platz in der Gesellschaft. Anton geht für seine Masterarbeit nach Amerika, Alma bleibt in Berlin und versucht in Antons Gemeinde Antworten auf ihre Fragen zu finden. Doch dann kommt der 7.Oktober, die Welt gerät aus den Fugen und Anton zurück. Dieses Buch ist weit mehr als eine klassische Liebesgeschichte, es ist soo viel mehr und am Ende war ich den Tränen nahe. Ich muss zugeben, dass ich mich erst an den Schreibstil der jungen Autorin gewöhnen musste. Ich fand ihn anfangs recht schnodderig und kurz ab gehalten. Da mich die Erzählung aber wirklich gefesselt hat, bin ich am Ball geblieben - ein Glück. Ich freundete mich immer mehr mit ihrer Sprache an, fand sie letztendlich dann sogar einfühlsam und berührend. "Anton und Alma" ist ein Zeitdokument, eine wunderbare Charakterstudie und ein Buch, das man unbedingt lesen sollte und dann so schnell nicht mehr vergessen wird ...