Labyrinth der Gefühle und Verluste

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merkurina Avatar

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Dass Anton und Alma mein erstes Shortlist-Buch wurde, liegt auch daran, dass ich Dana Vowinckels Debüt Gewässer im Ziplock bereits sehr beeindruckend fand.
Ich habe damals die Autorin bei der Frankfurter Buchmesse erlebt, die ganz im Zeichen des 7.Oktober-Schocks stand, Dana Vowinckel auch, ihr gerade erschienenes erstes Buch wusste noch nichts davon.
Anton und Alma nun landet zum Ende des Romans in dieser Zeit und nimmt die Schrecken mit hinein in die
(Un-)möglichkeit einer Liebe.

Zunächst dachte ich, Anton und Alma habe gewisse Ähnlichkeit mit Die zweitgrößte Liebe, aber während Ruth-Maria Thomas ein genaues Kammerspiel konstruiert, geht Dana Vowinckels Paarerzählung weiter in die Vielgestaltigkeit und Zerrissenheit der Welt. Es ist schon eine Zumutung, welch widersprüchlichen Aufgaben und Schrecken sich die beiden stellen müssen, es ist eine Zumutung, dass sich jüdische Menschen wohl in vielfacher Weise innerlich wie äußerlich zum Jüdischsein verhalten müssen.
Besonders, wenn sie sensibel und intelligent sind, wie die Protagonist:innen von Dana Vowinckel. Und natürlich auch bedroht, schrecklich bedroht.
Dana Vowinckel schreibt mit zarter und tapferer Genauigkeit, ein Buch mit vielen Seiten, von denen mich jede in ihren Bann gezogen hat.