Leider gar nicht meins :(

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marie-christine Avatar

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Leider nicht mein Buch
Ich durfte Anton und Alma bereits vor Erscheinen als Rezensionsexemplar über Vorablesen lesen. Umso gespannter war ich auf den neuen Roman von Dana Vowinckel – leider hat er mich überhaupt nicht erreicht.
Vowinckel bezeichnet den Ton ihrer Figuren selbst als eine Art „Zillennial-Gequengel“. Das trifft meinen Leseeindruck erstaunlich gut. Dass diese generationelle, stark gegenwärtige Sprache bewusst gewählt ist, kann ich nachvollziehen – nur funktioniert sie für mich literarisch nicht.
Über weite Strecken empfand ich die Sprache als banal und flach. Manche Dialoge und Gedanken lesen sich für mich eher wie Social-Media-Kommentare oder Chatverläufe als wie literarisch gestaltete Prosa. Natürlich kann genau das beabsichtigt sein. Aber eine bewusste stilistische Entscheidung wird für mich nicht automatisch zu einer gelungenen.
Besonders schade fand ich das angesichts der großen und komplexen Themen, die der Roman aufgreift. Hier hätte ich mir sprachlich und psychologisch deutlich mehr Tiefe gewünscht. Stattdessen blieb bei mir häufig der Eindruck, dass viel zeitgenössischer Diskurs verhandelt wird, ohne dass daraus für mich eine entsprechende literarische Intensität entsteht.
Vielleicht trifft der Roman sehr genau den Ton einer bestimmten Generation und wird gerade deshalb viele Leserinnen und Leser ansprechen. Mich hat dieser Ton zunehmend ermüdet. Was andere möglicherweise als unmittelbar und zeitgemäß empfinden, wirkte auf mich banal und stellenweise geradezu beliebig.
Schade – thematisch hätte mich der Roman sehr interessieren können. Leider überhaupt nicht mein Buch und ich möchte auch mit keinem der Figuren des Romans einen Nachmittag verbringen lieber Suhrkamp Verlag.