Liebe in unruhigen Zeiten
Alma mag Anton, schon während des gemeinsamen Schüleraustauschs in Frankreich kreisen ihre Gedanken ständig um ihn.Doch da er irgendwann überraschend abreist, dauert es ein paar Jahre, bis sie sich beide bei einer Uni-Party im heimatlichen Berlin wiedertreffen. Und nach ein paar Anlaufschwierigkeiten funkt es dann so richtig zwischen den beiden. Doch so einfach ist es dann natürlich nicht, schließlich ist das hier kein schnöder Liebesroman, sondern ein kluges Buch über Beziehungen, Identitäten, jüdisches Leben in Deutschland und die Erschütterungen, die der Anschlag in Halle und der 7. Oktober ausgelöst haben. Dana Vowinckel schreibt sehr nah an ihren Figuren, wir sind immer dabei, egal ob beim Sex oder beim Essen (und beides wird ausgiebig und mit großer Leidenschaft betrieben).
Anton ist jüdisch mit einer israelischen Mutter und einem US-amerikanischen Vater, die sich permanent streiten und trotzdem nicht voneinander lassen können. Alma dagegen stammt aus einem östlichen Berliner Randbezirk und hatte eine eher lieblose Kindheit mit einem Stiefvater, der im Laufe des Romans noch zum Coronaleugner wird. Die Geschichte wird alternierend aus der Perspektive der beiden Protagonisten erzählt, sodass sich die Bedeutungen einzelner Ereignisse verschieben und hinterfragt werden.
Das Buch ist linear aufgebaut und gibt seinen Figuren Raum, sich zu entfalten, falsche Entscheidungen zu treffen und auch mal zu scheitern. Besonders gelungen fand ich, wie Vowinckel Antons Forschungsthema seiner Masterarbeit in ihrem Roman spiegelt. Er beschäftigt sich mit der mutmaßlichen Konversion der Chasaren zum Judentum und der Frage, wie Geschichte erzählt wird. Maßgeblich stützt er sich dabei auf die Theorie des Historikers und Literaturwissenschaftlers Hayden White, der Geschichte immer entweder als Komödie, Romanze, Satire oder Tragödie erzählt sieht. Und auch im Roman ringen Anton und Alma mit der Frage nach Zugehörigkeit, der Möglichkeit einer gemeinsamen Geschichte und der Schwierigkeit, aus unterschiedlichen Ausgangspositionen und Identitäten etwas Neues zu erzählen, Dabei pendelt ihre Geschichte stetig zwischen den verschiedenen von White formulierten Mustern und erzählt gleichzeitig sehr viel über unsere fragmentierte Gegenwart. Ich war tatsächlich erstaunt über den Sog, den dieser Roman auf mich ausgeübt hat, ich konnte ihn kaum aus der Hand legen und wollte gleichzeitig nicht, dass er aufhört.
Anton ist jüdisch mit einer israelischen Mutter und einem US-amerikanischen Vater, die sich permanent streiten und trotzdem nicht voneinander lassen können. Alma dagegen stammt aus einem östlichen Berliner Randbezirk und hatte eine eher lieblose Kindheit mit einem Stiefvater, der im Laufe des Romans noch zum Coronaleugner wird. Die Geschichte wird alternierend aus der Perspektive der beiden Protagonisten erzählt, sodass sich die Bedeutungen einzelner Ereignisse verschieben und hinterfragt werden.
Das Buch ist linear aufgebaut und gibt seinen Figuren Raum, sich zu entfalten, falsche Entscheidungen zu treffen und auch mal zu scheitern. Besonders gelungen fand ich, wie Vowinckel Antons Forschungsthema seiner Masterarbeit in ihrem Roman spiegelt. Er beschäftigt sich mit der mutmaßlichen Konversion der Chasaren zum Judentum und der Frage, wie Geschichte erzählt wird. Maßgeblich stützt er sich dabei auf die Theorie des Historikers und Literaturwissenschaftlers Hayden White, der Geschichte immer entweder als Komödie, Romanze, Satire oder Tragödie erzählt sieht. Und auch im Roman ringen Anton und Alma mit der Frage nach Zugehörigkeit, der Möglichkeit einer gemeinsamen Geschichte und der Schwierigkeit, aus unterschiedlichen Ausgangspositionen und Identitäten etwas Neues zu erzählen, Dabei pendelt ihre Geschichte stetig zwischen den verschiedenen von White formulierten Mustern und erzählt gleichzeitig sehr viel über unsere fragmentierte Gegenwart. Ich war tatsächlich erstaunt über den Sog, den dieser Roman auf mich ausgeübt hat, ich konnte ihn kaum aus der Hand legen und wollte gleichzeitig nicht, dass er aufhört.