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atornatorn Avatar

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"Anton und Alma" ist für mich vor allem eine Liebesgeschichte, die sehr deutlich zeigt, dass Beziehungen nie nur zwischen zwei Menschen stattfinden. Anton und Alma kommen aus völlig unterschiedlichen sozialen und familiären Verhältnissen, und auch ihre Vorstellungen vom Leben und von der Zukunft gehen zunehmend auseinander. Ich hatte ein wenig Sorge, dass hier nur eine platte Love Story stattfindet, aber da ich das erste Buch der Autorin so geliebt habe, habe ich mich aufs Lesen eingelassen.
Aus feministischer Perspektive mochte ich daher, dass Alma nicht auf die Rolle der verliebten Freundin reduziert wird. Sie entwickelt eigene Überzeugungen und Wünsche und sucht ihren Platz, auch wenn das immer wieder mit Anton kollidiert. Gleichzeitig fand ich ihre starke emotionale Fixierung auf ihn teilweise schwierig, gerade weil sichtbar wird, wie leicht die eigenen Bedürfnisse in einer Beziehung in den Hintergrund geraten können.
Überhaupt sind beide Figuren nicht immer sympathisch. Ich konnte viele ihrer Gefühle nachvollziehen, musste ihre Entscheidungen aber nicht unbedingt gut finden. Genau das hat die Beziehung für mich glaubwürdig gemacht.

Eine intensive, politische Liebesgeschichte über Herkunft, Identität, Zugehörigkeit und die Frage, wie viel eine Beziehung aushalten kann, wenn die Welt um sie herum immer stärker in das Private hineinwirkt.