Unbedingte Leseempfehlung

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flothilde Avatar

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„Ereignisse hatten keinen Plot. Das Leben hatte keinen Plot. Während es geschah, geschah es einfach, Tag für Tag für Tag für Tag. Wer es im Nachhinein in eine Erzählung verwandelte, verriet bloß seine eigene Ideologie.“ (DV, S. 519)
Diese Geschichte ist eine voller Romantik, aber auch eine unglaublich große Tragödie - die Geschichte von Anton und Alma und Alma und Anton.
Eine mitreißende Geschichte über Liebe, Selbstfindung und auch Schmerz.
Man begleitet die beiden über mehrere Jahre in ihrem Leben in Berlin, in New York und ist dabei so nah dabei, dass es schwierig ist, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Begleitet das junge Paar dabei in ihrem Alltag, in ihrem Leben während der Pandemie, in ihren Fragen, was ihr Leben bringt und bringen soll. Begleitet sie in wichtigen Entscheidungen und schwierigen Phasen.
Will dabei unbedingt wissen wie die Geschichte im Nachhinein wohl erzählt werden wird und sowieso im Jetzt des Lesens über die beiden. Möchte weiter mitlaufen mit ihnen durch die Straßen Berlins, durch die gemeinsame Wohnung in Kreuzberg, mit Anton durch New York. Begleitet ihn dabei in seiner Masterarbeit und Versuchen eines PhDs über die Massenkonversion der Chasaren zum Judentum. Fragt sich dabei, w weshalb die Thematik doch so großen Raum im Buch einnimmt und im Nachhinein zu verstehen wie alles miteinander verwoben ist - die Romanze, die Komödie, die Satire und die Tragödie.

Ein so wichtiges Buch, das so große Themen von Mensch-Sein, Jung-Sein, Jüdisch-Sein, Anders-Sein so leicht verwebt mit dem eigentlich Plot der großen Liebesgeschichte! So wie es das Leben selbst schreibt oder schreiben würde.
Was verbindet? Was bleibt? Eine Geschichte über Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Nähe und Distanz.
Ich hoffe stark auf Verfilmung, weil die Themen so wichtig sind - heute und wohl auch morgen. Und auch, weil es sich schon ein wenig liest wie die Idee zum einem großartigen Drehbuch: Anton und Alma und Alma und Anton auf der Leinwand.
Weil Dana Vowinckel so klug politische Themen in diese Romanze einfließen lässt, die Stimmung und Gedanken nach den Ereignissen des 7. Oktober und zum Gaza-Krieg.
Die Fragen nach Glaube und Identität, von Sehnsucht und Zugehörigkeit.
Und weil wir solche Stimmen brauchen!