Unfassbar emotional

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danielae Avatar

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Anton und Alma hat mich auch sehr viele Arten sehr berührt. Nicht nur es ist grundsätzlich eine sehr emotionale Geschichte, Dana Vowinckel schafft es mit ihrem Schreibstil, Emotionen, innere Konflikte, Situation und Menschen so deutlich zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, sich mitten in der Gefühlswelt von Anton und Alma zu befinden.

Anton und Almas Beziehung scheint von Anfang an von schlechten Vorzeichen gezeichnet zu sein. Auch, weil sowohl Alma als auch Anton, aber vor allem Anton, sehr stark mit ihren eigenen Emotionen, ihrer psychischen Labilität, ihrem empfehlenden Selbstwertgefühl zu kämpfen haben. Gleichzeitig kämpft Anton mit seiner Identität als junger Jude: gleichzeitig ungläubig und sich mit seiner Identität als Jude identifiziere, scheint er in sich zerrissen zu sein. Und das wirkt sich auf seine Beziehung mit Alma aus, alles, was sie tut, bezieht er auf sich, ghosted sie, gaslightet sie, legt alles, was sie sagt, und tut auf die Goldwaage. Für sich selbst aber setzt er einen anderen Maßstab an.

Anton gegenüber empfindet man beim Lesen gleichermaßen Wut und Mitleid. Und auch Alma ist nicht frei von Fehlern, insbesondere ihr Umgang mit ihren Freundinnen, die sie immer wieder vor den Kopf stoßt, hat mir viel Rätsel aufgegeben. Es scheint, fast schon so, als würden sich die beiden jeweils in ihrer Selbstmitleid Rolle als Einzelgänger*innen wohl fühlen.
Wort stark und emotions stark, auf jeden Fall ein must read.